Der ewige Tod - A-SITE

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Der ewige Tod

Lebensübungen > Himmlisch oder höllisch?
Wahres Leben ist selig, das Streben zum Tod kann nur durch Geblendetsein Lust empfinden

[RB 2.293.9] Sage Ich: "Freund und Bruder! Jedes wahre Leben hat das in sich, daß es unmöglich anders als nur überaus selig sein kann und muß. Ein Leben aber, das noch der Tod wie ein Bräutigam seine Braut unter dem Arme führt (aber freilich nicht ins heimliche, reizende Brautgemach, sondern wie ein Scherge einen armen Sünder zum Hochgerichte) - kann nur als völlig geblendet noch irgendeine Lust empfinden. Würdest du es aber entblenden, so würde es zurückschaudern, so es ersähe, wohin es sein Begleiter führt. Darum ist es einesteils besser, daß die Menschen der Erde blind und taub sind; denn so mögen sie doch das spannenlange, von Tod zu Tod gleitende Leben mit einiger Scheinruhe genießen.


Der ewige Tod. Das Gleichnis mit den zu früh abgefallenen Früchten

10] "Ich sage euch allen: Für viele Millionen folget ihrem Scheinleben ewig kein weiteres Leben mehr. Denn so gut es ein ewiges Leben gibt, ebensogut gibt es auch einen ewigen Tod. Es gibt ja Bäume auf der Erde, auf denen gar süße und herrliche Früchte in kurzer Zeit reif werden und keine Blüte auf den Zweigen vergeblich geblüht hat. Aber es gibt auch Bäume, die zwar reichlich blühen und sehr viele Früchte ansetzen. Wenn jedoch solche Bäume saftarm sind und ihre unschmackhaften Früchte lange auf ihren Zweigen behalten müssen, bis sie die erwünschte Reife erhalten, so fallen erstens wegen Mangel an Nahrung und zweitens wegen der zu langen Reifungsfrist sicher drei Vierteile vom Baume, bevor sie die Reife erlangen können. 

Und Ich sage euch: Für die Wiederbelebung solcher unreif herabgefallener Früchte ist sehr wenig heilsames Kraut gewachsen. Wenn ein Teil solcher Früchte etwa kurz vor der Vollreifezeit vom Baume fällt, so kann man sie sammeln und abliegen lassen, und sie werden dadurch wenigstens eine Notreife erlangen, die doch noch immer besser ist als gar keine. Aber Früchte, die bald nach der Blüte wegen Mangel an Nahrung von den Zweigen gefallen sind, für die gibt es kein Heilmittel mehr.

11] "Ich will hiermit aber nicht sagen, daß Kinder, die bald nach der leiblichen Geburt dem Leibe nach sterben, nicht das ewige Leben erlangen können; denn mit der irdischen Geburt und Reife hat dies Mein Gleichnis nichts zu tun, sondern hier handelt es sich um solche Seelen, die auf der Erde in Meinem Gnadenlichte schon überaus schön geblüht und im Anfange gierig den Saft des Lebens aus Meiner Gnade eingesogen haben; als aber dann die notwendige Zeit der Probung kam, da verschlossen sie hart ihren Mund und ihre sonstigen Nährorgane und wollten nimmer das freilich herb schmeckende Salz des Lebens einsaugen. Die Folge davon aber war alsbald die volle Abtrennung von den sie nährenden Zweigen und der für jede Wiederbelebung unfähige Tod. - Lassen wir daher solche Früchte taub und blind ihr kurzes Leben genießen, es dauert noch immer lange genug für ihre volle Nichtigkeit!"

12] Sagt Robert: "Aber so wahr die Sache immer ist und sein wird, so kommt sie mir dennoch ungefähr also vor, wie ein Gesetz bei den Chinesen und Japanesen, vermöge dessen kein Elternpaar mehr als sechs, höchstens sieben Kinder aufziehen darf. Alle über diese gesetzliche Zahl Geborenen müssen ersäuft oder auf eine sonstige Art ums Leben gebracht werden."


Gleichnis des mehr als halbfertigen missratenen Topfes

13] Sage Ich: "Mein Freund, das verstehst du noch nicht! Siehe, so ein Töpfer einen Topf auf seiner Scheibe formt aus Lehm, der Topf aber, der schon über die Hälfte geformt war, mißrät ihm, ob eines wie zufälligen Umstandes wegen - was tut da der Töpfer? Sieh, er schlägt den halbfertigen Topf zusammen, nimmt den Lehm von der Scheibe, vermengt ihn mit einem andern frischen Lehme, gibt ihn dann wieder auf die Scheibe und fängt ein anderes, minder heikles Gefäß daraus zu formen an, das ihm auch wohl gelingt. Und so geht zwar wohl der Stoff nicht und unmöglich je verloren; aber die eigentümliche Individualität des zuerst begonnenen Werkes ist für ewig vollkommen dahin und tot. Kurz, das erste Ich ist völlig dahin, und das ist im eigentlichsten Sinne der ewige Tod, den keine Liebe und keine Erinnerung ans Ursein wiederbeleben kann. Wo aber dies nimmer geschehen kann, da kann auch ewig an keine vollkommene endliche Vollendung mehr gedacht werden. An der Beibehaltung der Urindividualität aber liegt gar unaussprechlich viel, denn ohne sie kann die Kindschaft Gottes nie erreicht werden. Denn eine Zweitzeugung wird ewig keine Erstzeugung mehr. Verstehest du das?"

RB 2 - 294. Kapitel – 

Der ewige Tod, sein Grund und sein Wesen. Schicksal der ihm in der dritten Hölle Verfallenen. 

Gerichtsandrohungen und Langmut des Herrn.

1] Sagt Robert und auch alle anderen, schon knapp an der Wendeltreppe stehend: "O Herr, Du bester, liebevollster, weisester Vater! Es fehlt uns an Worten und Begriffen, Dir für solch eine Aufklärung nach Recht und bester Gebühr zu danken. Man kann sich also im derartigen ,ewigen Tode' als lebend und glücklich sogar in irgendeinem Himmel befinden. Nur ist dabei das eigentliche Ur-Ich nicht mehr vorhanden. - O das ist ja dennoch Gnade über Gnade von Dir! - Wir verstanden unter dem Ausdrucke ,ewiger Tod' festweg die Hölle, aus der ewig kein Ausweg mehr führt. Und, so es schon einen gibt nach dem Maße, wie da bei Dir am Ende doch alle Dinge möglich sind, so, dachten wir, kann dieser unmöglich anders als nur ein höchst beschwerlicher sein. - Nun aber bekommt die Sache auf der Stelle ein ganz anderes Gesicht, und zwar gerade ein solches, wie man es von Dir schon lange hätte erwarten sollen. - O Dank über Dank Dir und Liebe für diese herrliche Belehrung!"


Erstzeugung wird durch dritte Hölle verloren

2] Sage Ich: "Es macht mir eine ganz besondere Freude, daß ihr das alles so wohl aufnehmet. Aber die Gnade bei der Gabe des ewigen Todes an ein verunglücktes Wesen der Welt ist nicht gar so groß, wie ihr es meinet. Denn es wäre für manchen die Hölle auf zehnmalhunderttausend Erdjahre mit beibehaltener Erstzeugung besser als der eigentliche ewige Tod. Ist aber mit der Hölle dritten Grades auch die Erstzeugung für ewig im Verluste, dann ist sie freilich noch schlimmer als der pure ewige Tod für sich allein.

3] "Soviel Ich aber merke, so begreifet ihr nun wohl, was so ganz eigentlich der ewige Tod an und für sich ist und sein muß; aber das eigentliche Übel dieses Zustandes sehet ihr noch nicht ein. Und so muß Ich euch hier beim Hinabsteigen über diese Wendeltreppe noch einiges hinzufügen. Und so höret!

4] "Wer als das, was er uranfänglich war, wegen Verkehrtheit seiner Liebe in einem ersten oder zweiten Grade der Hölle sich befindet, der kann nach vielen allerbittersten Erfahrungen wieder das werden, was er uranfänglich war. Sein Bewußtsein wird ihm belassen und seine Erinnerung bleibt ihm, und er kann zur Vollendung gelangen.


Eigenschaften der untersten Hölle. Lauheit. Hochmut. Verdichtung

5] "Aber so der Mensch durch die Mir allerunerträglichste Lauheit weder kalt noch warm ist, sich um nichts kümmert, weder um etwas Gutes noch um etwas Böses, oder es ist ihm das eine wie das andere, so daß er auf der einen Seite ganz kaltblütig die größten Greuel und so auch manchmal etwas Gutes ausüben kann - dem also gleich ist Gott oder Teufel, Tag oder Nacht, Leben oder Tod, Wahrheit oder Lüge -, der ist dem eigentlichen ewigen Tode verfallen und befindet sich so ganz eigentlich in der alleruntersten Hölle, aus der in ein und derselben Urwesenheit kein Herauskommen mehr denkbar ist.

6] "Der Grund solch eines Zustandes ist der allerkonzentrierteste Hochmut, der alle Grade der Selbstsucht und Eigenliebe durchgemacht hat und sich in solch hochgradiger Verdichtung gewisserart selbst erdrückt und so um das Urleben des Geistes gebracht hat. Und eben darin besteht der eigentliche ewige Tod, welcher das Schlimmste alles Schlimmen ist, weil da das eigentliche Sein ein völliges Ende nimmt.

7] "Solch eine Seele ist dann gänzlich verdorben. Ihre erste Gesamtheit muß durch des Feuers Gewalt in ihre einzelnen Spezifikalpotenzen (Urlebensfunken) aufgelöst und darauf, mit ganz neuen gemengt, auf langen Wegen durch die Pflanzen- und Tierwelt eines andern Planeten in einem ganz fremden Sonnengebiete in eine höchst untergeordnete Form eines Menschen übertragen werden. Auf diese Weise bleibt dann von der Urwesenheit solch einer Seele ganz verzweifelt wenig mehr übrig. Und das ist das eigentliche Schlimmste, denn solch eine Seele kann dann auch unmöglich mehr je zu Meiner Anschauung gelangen, weil sie dann bloß nur Seele ohne Meinen Geist in ihr ist und bleibt.

8] "Kurz, die Sache ist ungefähr also, wie da auch ein unreifer, fauler Apfel in einen Schimmel und Schwamm übergehen kann. Aber aus dem Schimmel und Schwamme kann kein Apfel mehr werden, höchstens im besten Falle eine Schmarotzerpflanze. Und diese hat wohl wenig Ähnlichkeit mehr mit dem Urbaume und mit der Urfrucht. - Saget Mir, ob ihr das wohl vollkommen verstanden habt?"

9] Sagen alle wie ein Mann: "Herr und Vater! Jetzt ist uns alles ganz vollkommen klar! Es ist zwar über den Zustand solch einer selbstischen Verlorenheit für ewig nicht viel Erfreuliches zu erwähnen; aber dessenungeachtet sieht denn doch immer Deine große Liebe und Erbarmung heraus, und bei Dir sind ja alle Dinge möglich. Es kann nach freilich undenkbar langen Zeiträumen denn doch auch für diese Wesen ein Stündchen kommen, in dem sie sich und Dich mehr und mehr urzuständlich zu erkennen und zu lieben anfangen und von da fortschreiten in der Erkenntnis wie in der Liebe.


Wichtige Warnungen durch Prophezeiungen

10] "Wie oft hast Du durch den Mund Deiner Propheten und Knechte den Kindern der Welt alle erdenklichen Gerichte und schlimmen Folgen ihrer bösen Handlungen prophezeien lassen. So sich aber dann nur einige wenige Besseren an Dich in ihrem Herzen wandten, da zogst Du sogleich wieder Deine scharfe Zuchtrute zurück, segnetest den Erdkreis für die Guten und Bösen in gleicher Weise und schlugst dann für die Besserung der Bösen einen ganz anderen Weg ein, als den Du durch Deine Propheten und Knechte der Welt hattest anzeigen lassen. Jonas und Jeremias geben Dir dafür das untrüglichste Zeugnis. In allen guten Verheißungen hast Du noch allezeit das Wort gehalten; aber in den Androhungen von Strafen nur dann, so die Menschen Dich gänzlich aus den Augen gelassen haben - wie es z.B. noch heutzutage auf der Erde mit den Juden der Fall ist. Denn diese können sich trotz ihrer großen Reichtümer kein Königreich mehr verschaffen und kein freies, unabhängiges Volk werden. Niemand führt sie mehr aus Ägypten und niemand macht sie mehr frei von der babylonischen Gefangenschaft."


Wenn nur wenige umkehren, sind andere mitgesegnet

11] Sage Ich: "Ja, ja, ihr habt vollkommen recht! Also ist es auch! Daß Ich angedrohte Strafen und Gerichte oft nicht erfolgen lasse, davon liegt der Grund hauptsächlich darin, weil Ich es wohl weiß, daß wirklich erfolgte Strafen die Menschheit selten bessern, sondern meistens nur verschlimmern. Und so lasse Ich denn, so sich nur einige wenige Gerechtere gläubig an Mich wenden, die Drohungen recht gerne in Segnungen umwandeln. Deshalb aber lasse Ich die Strafen und Gerichte auch allezeit nur bedingungsweise ankündigen und androhen. Finden sie Ohren, die sie hören, und Herzen, welche die Bedingungen nur einigermaßen erfüllen, so tut es sich dann schon wieder. Und Ich segne für wenige Gute auch viele Schlechte mit, damit sie nicht Gelegenheit bekommen sollen, noch schlechter zu werden, wie das gewöhnlich bei Kriegen der Fall ist. Denn Kriege sind stets die beste Nahrung für den unersättlichen Wuchergeist gefühlloser Kaufleute und die beste Schule der Grausamkeit und des teuflischen Hochmutes.


Sanften himmlischen Mahnstimmen folgen lässt die teuflischen Verführungen verstummen - und umgekehrt

12] "Es ist freilich leider oft der Fall, daß die sanfte Mahnstimme Meiner Engel an den starren Ohren der Weltmenschen ungehört vorübergleitet und Ich dann genötigt bin, die Stimme der Teufel unter die tauben Menschen fahren zu lassen. Findet aber die sanfte Mahnstimme aus den Himmeln nur irgendein kleines Gehör, so lasse Ich gerne die Stimme der Teufel verstummen. Denn ein Vater bleibt ja doch stets der sanfteste Richter seiner leider oft nur zu strafwürdigen Kinder und schlägt nicht sogleich drein, wenn er auch schon die Zuchtrute drohend erhebt. Die Richter auf der Erde richten freilich wohl unerbittlich und ihr einmaliger Ausspruch muß vollführt werden. Aber nicht also darf es bei uns sein! Es ist besser, zehn, auch zwanzig Jahre drohen und durch die Finger sehen, als ein Jahr lang strafen! Denn die Pflanzen auf unserer Erde sind von der zartesten Art und müssen mit großer Schonung behandelt und gepflegt werden. Die Geburtsstätte der Kinder Meines Herzens ist eine andere als die Meiner anderen Wesensteile! Ihr müsset euch das stets vor Augen halten, daß die kleine Erde die Geburtsstätte der Kinder Meines Herzens ist!

13] "Aber nun sind wir auch vollends auf dem Boden des ebenerdigen Gemaches und wollen da sogleich die nötigsten Beobachtungen machen! Besehet die vier großen Wände! An jeder Wand ersehet ihr drei Türen. Durch diese Türen könnet ihr zu all den Welten und Himmeln und deren Vereinen gelangen, die unter uns und über uns in der ganzen Unendlichkeit sich befinden; nur zu diesem höchsten und innersten Himmel nicht, in dem ihr nun seid. - Kommet nun gen Norden; da wollen wir in aller Kürze den Anfang machen."
 
 
 
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