Epikur und Diogenes - A-SITE

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Epikur und Diogenes

Basics > Verschiedene Weltbilder
Atheistisches "Genieße das Leben, solange du noch kannst"

[GEJ 5.8.9] Jene Priester aber, die dir den Pontifex maximus beschrieben haben, sind zum Teil ihrer Art nach oft wirklich so dumm, daß sie das alles auf ein Wort glauben, was ihnen eingebleut wurde; oft aber sind sie ganz fein abgedrehte Stricke, die vor dem Volke einen ganz entsetzlichen Lärm schlagen und tun, als spielten sie mit den Göttern gleich alle Tage am persischen Schachbrette! Aber für sich glauben sie nichts als bloß die Worte des Epikur, die ungefähr also lauten: EDE, BIBE, LUDE! POST MORTEM NULLA VOLUPTAS; MORS ENIM EST RERUM LINEA. [Iß, rinke, spiele! Nach dem ode gib es kein Vergnügen; denn der od ist das Ende der Dinge.] 

Epikur als einer der Hauptgründer der Essäer

[GEJ 5.20.2] Als Markus mit dem Raphael, der ihm die Zwecklichkeit alles dessen gezeigt hatte, was sich im Hause vorfand, und mit den zwölf Deputierten ankam an Meinem Tische, sagte der Raphael geheim zu ihm: „Erspare dir diesmal ein lautes Mundlob an den Herrn, der solches ohnehin laut genug aus deinem Herzen vernimmt; denn es handelt sich nun darum, daß möglicherweise diese zwölf Cäsaräer, die eigentlich gar keinen Glauben haben, sondern pure Atheisten aus der schönen Schule Epikurs, eines Hauptgründers des lieben Essäergremiums (Körperschaft), sind, auch zum Herrn bekehrt werden!

Genusssucht verhindert Bildung

[GEJ 5.21.10] Sagt Cyrenius, durch Mein ihm auf die Zunge gelegtes Wort angetrieben: „So tut solches, und ich werde daraus entnehmen, wie weit ihr euch vom Wege der Wahrheit entfernt habt! Lasset denn hören eure Gründe, und ich werde daraus ganz wohl zu entnehmen imstande sein, ob ihr einer wahren, geistigen Bildung fähig seid, und ob man euch euren Wunsch wird gewähren können! Denn seid ihr keiner reingeistig wahren Bildung mehr fähig, dann möget ihr wieder in Frieden von hier ziehen und leben nach den Lehren eures Epikur, der für mich einer der allerletzten Weltweisen ist!
[GEJ 5.21.11] Ja, man kann nach Epikur als ein reicher und physisch kerngesunder Mensch mit dieser Welt am besten auskommen; denn der Grundsatz: ,Man sei seiner selbst willen ehrlich und wohlverträglich gegen jedermann, – aber stets gegen sich selbst am ehrlichsten!‘ läßt sich zwar mit weltlichen Ohren anhören, aber eines Menschen von Gottes Odem erweckte Seele schaudert davor, weil so ein Epikuräer doch stets nur ein abgefeimter Egoist ist und nur für seine Haut sorgt! Was kümmern ihn alle Menschen? Kann er von ihnen keinen Vorteil ziehen, so können sie alle vom Blitze getötet werden.
[GEJ 5.21.12] Das sind so die Hauptzüge eines Epikuräers! Wieviel Geistiges in solch einem steinernen Gemüte Platz hat, das wird hoffentlich wohl schon sogar für jeden Blinden mit Händen zu greifen sein. Ja, zum Reichwerden auf dieser Erde taugen des Epikur Lehren am meisten, besonders wenn sie mit dem stoischen Zynismus unterspickt sind, wie es bei euch der Fall ist; aber zum Geistig-Reichwerden taugen sie am allerwenigsten, weil sie die reine Liebe zu Gott und zu dem armen Nächsten gänzlich ausschließen. So viel zu eurer Selbstbeleuchtung! Und nun lasset eure Gründe für euer recht essäisches Atheistentum hören!“


 
184. — Das geistige Verhältnis zwischen den Epikureern und den Kynikern

[GEJ 8.184.1] Sagte nun Kado: „Ja, Herr und Meister, ich habe in bezug auf Deine an uns gerichtete Rede und Lehre eine mir wenigstens recht sehr gewichtig scheinende Frage; so es mir gestattet ist, Dich mit einer Frage zu belästigen, da will ich wohl mit aller Freude meinen Mund öffnen.
[GEJ 8.184.2] Sieh, o Du lieber Heiland, Herr und Meister, Du hast uns in Deiner Rede die Seelenlebensschädlichkeit des Epikureertums auf eine so höchst klare Weise dargestellt, daß wir uns denn auch alle fest entschlossen haben, demselben für immerdar zu entsagen! Aber wir haben neben dem Epikur auch noch einen anderen Weisen von einer ganz anderen Richtung; es ist das der alle Welt und ihre Reize, Schönheiten und Schätze und sogar dies Erdenleben tiefst verachtende Diogenes von Kyne.
[GEJ 8.184.3] Dieser ist das vollendetste Gegenteil des Epikur, und weder er noch einer seiner Jünger glauben an die Unsterblichkeit der Menschenseele, und für sie erzeugt das Sterblichkeitsgefühl durchaus keine Furcht und kein Bangen, sondern alle können den Augenblick des Nichtmehrseins kaum erwarten. Dabei aber sind sie dennoch ganz ehrliche, gute und dienstfertige Menschen und halten ihr einmal gegebenes Versprechen auf das pünktlichste. Ihre Nahrung ist so mager und einfach als möglich. Sie verachten jede Bequemlichkeit, jede Pracht und leben sehr züchtig und eingezogen. Ja, sie ehren sogar die Götter und erkennen ihre Güte, Weisheit und Macht an; aber sie danken ihnen für nichts und verschmähen jede Art Belohnung, die sie irgend von einem Gotte zu erhoffen hätten, auf das tiefste. Das ewige Nichtsein ist ihr Wunsch; jede Art des Seins und Lebens aber betrachten sie als eine unerträgliche Last und Qual.
[GEJ 8.184.4] Nun, diese Menschen sind in ihrem Handeln nahe ganz das, was ein Mensch nach Deiner Lehre sein soll. Was fehlt denn ihnen, daß sie würden, was wir nun durch Deine Gnade geworden? Und so sie sterben, werden ihre Seelen nach des Leibes Tode irgend fortleben, und wie, glücklich oder unglücklich? Ich habe diesen sonderbaren Menschen stets meine Aufmerksamkeit geschenkt, obschon ich mich mit ihrer Lehre wahrlich nie als für mich maßgebend befreunden konnte. Herr und Meister, gib uns auch darüber einen Aufschluß und über die Art und Weise, wie sie zu Deiner Lehre bekehrt werden könnten!“
[GEJ 8.184.5] Sagte Ich: „Ja, ihr Meine nun lieben Freunde, diese Art Menschen sind darum noch schwerer auf den rechten Lebensweg zu bringen als die Epikureer, weil sie keine Liebe zum Leben haben! Die Epikureer haben sicher sehr viel Lebensliebe, nur ist sie Eigenliebe und daher auch eine den Tod gebärende Materieliebe. Wird diese aber, wie bei euch nun, durch den rechten Glauben an einen allein wahren Gott in Liebe zu Ihm und zum Nächsten umgewandelt, so sind die Epikureer dann offenbar um gar vieles besser daran als die lebensstumpfen Kyniker.
[GEJ 8.184.6] So aber diese zum wahren Glauben an einen allein wahren Gott bekehrt werden können, so wird dadurch dann schon auch die Liebe zu Ihm, zum Nächsten und dadurch auch zu sich selbst belebt, weil Gott als die reinste und ewige Liebe durch den lebendigen Glauben im Herzen des Menschen Wohnung nimmt und dadurch denn auch alles im Menschen in Liebe und Leben umgestaltet.
[GEJ 8.184.7] Aber, wie schon bemerkt, es sind derlei Menschen stets schwer zu bekehren hier auf dieser Erde, und also auch in der Geisterwelt, weil ihnen eben die Liebe zum Leben mangelt. Sind sie aber einmal bekehrt, dann sind sie wahre Helden im Glauben, in der Liebe und im Handeln; denn sie haben vor andern Menschen die Selbstverleugnung, die Geduld und einen großen Grad von Demut voraus, wodurch sie alle materielle Liebe, die im Fleische wohnt, leicht beherrschen und auf dem Wege des Lichtes unbeirrt fortwandeln können, was bei den andern Menschen um vieles schwerer geht.
[GEJ 8.184.8] So die Kyniker aber als unbekehrt sterben, so leben ihre Seelen jenseits, trotz ihres Wunsches zum Nichtsein, dennoch ewig fort, was ihnen freilich wohl nicht angenehm ist; sonst aber erleiden sie keine Qual und Pein, sondern verhalten sich ganz so, wie sie sich in dieser Welt verhalten haben. Sie werden aber auch im Geisterreiche von den Engeln oft besucht und nach Tunlichkeit unbeschadet ihres freien Willens erleuchtet. Aber es gehört dazu viel Liebe, Weisheit, Mühe, Geduld und Ausharrung.
[GEJ 8.184.9] Übrigens gibt es von dieser Art Menschen stets nur wenige, und so werden sie die andern Menschen auch schwer in einer größeren Anzahl also verderben können wie die überzahlreichen großen und kleinen Epikureer, die allenthalben zu Hause sind und ihr eigenliebiges Wesen treiben, an Gott kaum denken vor lauter Trachten nach Wohlleben und einen armen Nächsten gar nie ansehen, außer er kann zum Vorteile des Epikureers arbeiten um einen kleinen Lohn.
[GEJ 8.184.10] Der wohllebende Epikureer verdirbt viele Menschen durch sein Beispiel, der eine, bemittelte Teil der Menschen trachtet auch nur, wohl zu leben, und der nicht Bemittelte wird dabei voll Neid und Ärger, weil er nicht so leben kann wie der Bemittelte; und so ist ein Epikureer um vieles schlechter als ein Kyniker. – Damit habe Ich dir deine Frage nun beantwortet, und es kann nun ein anderer um etwas fragen.“
 
 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü