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Ordnung Gottes

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Die Hauptpunkte der Ordnung Gottes

Ich (Swedenborg) will dir die Hauptpunkte sagen, nicht aber da s Besondere, weil du
dieses nicht fassest und ich sagte: 

I. Gott ist die Ordnung selbst. 

II. Er hat den Menschen aus der Ordnung, in der Ordnung und für die Ordnung
erschaffen. 

III. Er hat dessen vernünftiges Gemüt nach der Ordnung
der ganzen geistigen Welt, und seinen Körper nach der Ordnung der
ganzen natürlich en Welt geschaffen; weshalb der Mensch von den Alten
ein Himmel im kleinen und eine Welt im kleinen genannt wurde. 

IV . Von daher ist es Gesetz der Ordnung , daß der Mensch aus seinem Himmel
im kleinen oder seiner geistigen Welt im kleinen seine kleine Welt
oder seine natürliche Welt im kleinen regieren solle, wie Gott aus
Seinem großen Himmel oder Seiner geistigen Welt die große Welt oder
die natürliche Welt in allem und jedem derselben regiert. 

V . Ein daraus folgendes Gesetz der Ordnung ist, daß der Mensch sich in den
Glauben durch die Wahrheiten aus dem Wort, und in die Liebtätigkeit
durch die guten Werke einführen, und so sich umbilden und wieder
gebären müsse. 
(Anmkerkung: hier ist die Wiedergeburt der Seele gemeint, noch nicht des Geistes)

VI. Gesetz der Ordnung ist, daß der Mensch durch eigene Mühe und Kraft 
sich von Sünden reinige, und nicht im Glauben seines
Unvermögens stehe und erwarte, daß Gott unmittelbar seine Sünden
abwasche. 

VII. Gesetz der Ordnung ist auch, daß der Mensch Gott von ganzer Seele 
und von ganzem Herzen und den Nächsten wie sich selbst liebe,
und nicht zaudere und erwarte, daß diese gedoppelte Liebe von Gott
unmittelbar in sein Gemüt und in sein Herz, wie das Brot vom Bäcker in
den Mund gebracht werde; und so vieles andere mehr . 



Verführung: nur Gnade, der Mensch brauche aus eigener Kraft nichts machen

Nachdem er dies
gehört, erwiderte jener Satan mit freundlicher S timme, in der inwendig
List war: W as soll das sein, daß du sagst, der Mensch solle sich aus
eigen er Kraft in die Ordnung einführen dadurch, daß er jene ihre
Gesetze übt? W eißt du nicht, daß der Mensch nic ht unter dem Gesetz,
son dern unter der Gnade steht, daß alles unver dient geschenkt wird,
und daß d er Mensch nichts nehmen kann, es sei ihm denn aus dem H immel
gegeben word en, und daß er in geistigen D ingen nicht mehr aus sich tun
kann, als das in eine Bildsäule verwandelte W eib Lots, oder nicht mehr
als Dag on, das Götzenb ild der Philister zu Ekron, und daß da her dem
Menschen unmög lich ist, sich zu rechtfertigen, sofern dieses durch den
Glauben und die Liebtätig keit gesche hen soll? 

Allein hierauf
antwortete ich bloß: Gesetz der Ordnung ist auch, daß der Mensch dur ch
eigene Mü he und Macht s ich den Glauben mittelst der W ahrheiten des W
ortes erwerben, und dennoch glauben soll, daß nicht ei n Körnchen Gl
aube aus ihm selbst komme, sondern v on Gott; dann auch, daß der Mensch
durch seine Tätigkeit und Kraft sich rechtfertigen, dabei aber doch
glauben soll, daß nicht ein Pünktchen der Rechtfertigung aus ihm selbst
komme, sondern von Gott. Ist n icht befohlen, daß der Mensc h an Gott
gla uben und Gott lieben soll m it allen seinen Kräften, und den
Nächsten wie sich se lbst? Bedenke dies, und sage, wie konnte dies von
Gott befohlen werden, wenn der Mensch k eine Kraft zu gehorchen und zu
tun hätte? Nachdem er dies gehört, ward jener Satan seinem Gesicht nach
verändert, das aus einem weißen zuerst ein bleifarbiges und bald ein
schwarzes wurde, und aus dessen Mund sprach er nun un d sa gte: Du hast
Lehrwidriges über Lehrwidriges vor gebracht! und alsbald sank er dann
hinab zu den Seinigen und verschwand. 
 
65. VI. Der Mensch ist zur Form der göttlichen Ordnung geschaffen
worden. 

Der Mensch ist zur Form der göttlichen Ordnung geschaffen,
weil er zum Bild und zur Ähnlichkeit Gottes geschaffen ist, und da
Gott die Ordnung selbst ist, so ist er auch zum Bild und zur
Ähnlichkeit der Ordnung geschaffen. 

Es sind zwei [Quellen], aus denen
die Ordnung entstand und durch die sie besteht: die göttliche Liebe und
die göttliche Weisheit; 

und der Mensch ist zum Aufnahmegefäß
derselben geschaffen; und deshalb ist er auch in die Ordnung geschaf
fen, nach welcher jene beiden im Weltall wirken, und hauptsächlich
nach derjenigen, nach welcher sie im Engelhimmel wirken, und
infolgedessen dieser ganze Himmel eine Form der göttlichen Ordnung
in größter Ausgestaltung ist, und dieser Himmel auch vor dem Auge Gottes
wie ein Mensch ist; 

wie denn auch eine vollkommene Entsprechung
zwischen diesem Himmel und dem Menschen statt hat, denn es gibt im Him
mel keine Gesellschaft, die nicht irgendeinem Glied, Eingeweide
oder Organ im Menschen entspräche. Deshalb sagt man im Himmel, diese
[oder jene] Gesellschaft sei entweder im Gebiete der Leber oder der
Gekrösedrüse, oder der Milz, oder des Magens, oder des Auges, oder des
Ohres, oder der Zunge und so weiter; 

auch wissen die Engel selbst , in
welche m Gebiet eines T eiles des Mensc hen sie wohnen. Daß dem so sei,
ist mir durch lebendige Erfahrung zu wissen gegeben worden: ich sah
eine Gesellschaft, die aus einigen tausend Engeln bestand, als einen
Menschen; woraus offenbar war , daß der Himmel in seiner
Zusammenfassung ein Ebenbild Gottes ist, und das Ebenbild Gottes die
Ausgestaltung der göttlichen Ordnung ist. 

66. Man muß wissen, daß
alles , was aus der Sonne der geistigen Welt hervorgeht, in deren
Mitte Jehovah Gott ist, einen Menschen darstellt, und daher alles,
was in jener Welt entsteht, zur menschlichen Gestalt anstrebt und sie
in seinem Innersten darstellt; daher alle Gegenstände, die dort den
Augen sich zeigen, Vorbildungen des Menschen sind. Es erscheinen
daselbst alle Arten von Tieren, und diese sind Ähnlichkeiten der
Neigungen der Liebe, und der aus diesen hervor gehenden Gedanken der
Engel; ebenso die Baumpflanzungen, Blumenbeete und grünen Plätze
daselbst. Auch ward mir zu wissen gegeben, welche Neigung dieser oder
jener Gegenstand vorbildet; und wenn ihnen das innerste Gesicht geöf
fnet wird, so erkennen sie, merkwürdigerweise, ihr Ebenbild in denselbe
n; und dies geschieht darum, weil jeder Mensch sein Lieben und
hieraus sein Denken ist; und wie die Neigungen und infolgedessen die
Gedanken bei jeglichem Menschen verschieden und mannigfaltig sind,
und einige derselben die Neigung dieses Tieres und andere die eines
anderen abbilden, darum stellen sich die Bilder ihrer Neigungen
also dar. Allein hierüber wird man weiteres im folgenden Abschnitt von
der Schöpfung sehen. Hierau s erhellt auch die Wahrheit, daß der
Endzweck der Schöpfung der Engelhimmel aus dem menschlichen
Geschlecht, folglich der Mensch war, in dem Gott als in Seinem Auf-
nahmegefäß wohnen könnte; daher der Grund, warum der Mens ch zur Form
der göttlichen Ordnung geschaffen wurde. 

67. Gott war vor der
Schöpfung die Liebe selbst und die Weisheit selbst, und diese beiden
im Streben, Nutzwirkungen hervorzubringen. Denn Liebe und Weisheit
ohne Nutzleistung sind bloß flüchtige Gebilde der Vernunft, und
verfliegen auch, wenn sie nicht in nützliches Wirken übergehen;
wirklich sind auch die beiden ersteren, wenn getrennt vom dritten, wie
Vögel, die über dem großen Weltmeer fliegen und endlich vom Flug
ermattet herabfallen und versinken. Daraus ist ersichtlich, daß das W
eltall von Gott erschaffen worden ist, damit Nutzwirkungen entstehen;
daher denn auch das Weltall ein Schauplatz der Nutzwirkungen genannt
werden kann. Und weil der Mensch der Hauptzweck der Schöpfung ist, so
folgt, daß alles und jedes um des Menschen willen erschaffen ist, und
somit auch, daß alles und jedes der Ordnung in ihn gelegt und in ihm 
konzentriert ist, damit Gott durch ihn die Hauptnutzwirkungen hervorbri
ngen könne. 

Die Liebe und die Weisheit ohne ihr Drittes, welches die
Nutzwirkung ist, können der Wä rme und dem Licht der Sonne ver glichen
werden, die, wenn sie nicht in die Mensc hen, die Tiere und die Pf
lanzen einwirken, nutzlose Di nge wären; sie werden aber zu reellen
Dingen durch den Einfluß in dieselben und durch das W irken in ihnen. Es
sind auch drei Din ge, die d er Ordnung nach aufeinander folgen: der
Endzweck, die Ursache und die W irkung, und in d e r gelehrten W elt
weiß man, daß der Endzw eck nichts ist, wenn er sich nicht nach der
wirkenden Ursache umsieht, und daß jener Endzweck und diese Ursache
nichts sind, wenn nicht die W irkung entsteht. Zwar können Endzweck u nd
Ursac he abstr akt im Gemüt erwogen werden, dennoch ab er immer e iner W
irkung wegen, welcher der Endzweck beabsichtigt und die Ursache h
ervorbringt . In ähnlic her W eise verhält es sich mit der Liebe, W
eisheit und Nutzwirkung: die Nutzwirkung ist das, was die Liebe
beabsichtigt und durch die Ursache h ervorbringt , und wenn di e
Nutzwirkung hervo r gebracht ist, so haben die Liebe und die W eisheit
wirkl iches Bestehen , und nehme n sich in ihr W ohnung und Sitz und
ruhen in i hr wie in ihrem Haus. Ebenso verhält es sich m it einem
Menschen, in dem die Liebe und W eisheit Gottes ist, 50 während er
Nutzen schaf ft; und dami t er Nutzwecke Gottes erfülle , ist er zum
Bild und zu r Ähnlichkei t, das heißt, zur Form der g öttlichen Ordnung
erschaf fen worden.
 
 
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