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Ehescheidung

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Matthäus - Kapitel 19
Von Ehe, Ehescheidung, Ehelosigkeit

1 Und es begab sich, da Jesus diese Reden vollendet hatte, erhob er sich aus Galiläa und kam in das Gebiet des jüdischen Landes jenseit des Jordans; 2 und es folgte ihm viel Volks nach, und er heilte sie daselbst.
   3 Da traten zu ihm die Pharisäer, versuchten ihn und sprachen zu ihm: 

 Ist's auch recht, daß sich ein Mann scheide von seinem Weibe um irgendeine Ursache? (Matthäus 5.31-32) 

4 Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, daß, der im Anfang den Menschen gemacht hat, der machte, daß ein Mann und ein Weib sein sollte, (1. Mose 1.27) 
5 und sprach: "Darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen, und werden die zwei ein Fleisch sein"? 
  6 So sind sie nun nicht zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden. (1. Korinther 7.10-11)
   7 Da sprachen sie: Warum hat denn Mose geboten, einen Scheidebrief zu geben und sich von ihr zu scheiden? (5. Mose 24.1)
8 Er sprach zu ihnen: Mose hat euch erlaubt zu scheiden von euren Weibern wegen eures Herzens Härtigkeit; von Anbeginn aber ist's nicht also gewesen. 
  9 Ich sage aber euch: Wer sich von seinem Weibe scheidet (es sei denn um der Hurerei willen) und freit eine andere, der bricht die Ehe; und wer die Abgeschiedene freit, der bricht auch die Ehe. (Lukas 16.18)
   10 Da sprachen die Jünger zu ihm: Steht die Sache eines Mannes mit seinem Weibe also, so ist's nicht gut, ehelich werden. 
  11 Er sprach zu ihnen: Das Wort faßt nicht jedermann, sondern denen es gegeben ist. (1. Korinther 7.7) (1. Korinther 7.17) 
12 Denn es sind etliche verschnitten, die sind aus Mutterleibe also geboren; und sind etliche verschnitten, die von Menschen verschnitten sind; und sind etliche verschnitten, die sich selbst verschnitten haben um des Himmelreiches willen. (zeugungsunfähig) Wer es fassen kann, der fasse es!                


 
255. — Das Verbot der Ehescheidung. Ev. Matth. 19,3-9

[GEJ 5.255.1] Als wir am Morgen als wohlausgeruht uns gestärkt von unseren Ruhestätten erhoben und ins Freie hinaustraten, da war unser Wirt auch schon auf den Füßen, und die beiden Knechte des Petrus befanden sich auch schon auf dem Schiffe, um alsbald abzufahren. Aber wir hießen sie noch warten auf ein Morgenbrot, das ihnen unser Wirt auch sogleich verabfolgen ließ. Dann fuhren sie ab, da wir des Schiffes nun eine längere Zeit nicht benötigten.
[GEJ 5.255.2] Darauf begaben auch wir uns infolge der Einladung unseres Wirtes zum Morgenmahle. Als wir noch kaum mit demselben fertig waren, da kamen auch schon andere Menschen, um Mich, den Wundermann, wie sie sagten, zu sehen und auch zu sprechen. Darunter aber waren Juden und Griechen, und sie erzählten sich gegenseitig, was Ich durch Meinen puren Willen alles gewirkt habe.
[GEJ 5.255.3] Da aber, wie schon erwähnt, sich auch Pharisäer in ebendiesem Hause aufhielten, so erfuhren sie denn auch, was sich gestern am Abende alles zugetragen hatte, und errieten bei sich bald, daß Ich der ihnen schon bekannte Zimmermannssohn aus Nazareth sein würde. Sie traten darauf in unser Zimmer und fingen an, Mich mit allerlei Fragen zu versuchen, die Ich ihnen stets auf das sicher triftigste beantwortete, und ihnen den Mund stopfte.
[GEJ 5.255.4] Es lebten aber hier etliche, die mit ihren Weibern unzufrieden waren. Diese begehrten von den hier anwesenden Pharisäern die Scheidung.
[GEJ 5.255.5] Da fragte Mich wieder einer der Pharisäer: „Höre, du wunderbarer und allweiser Meister! Ist es wohl recht, daß ein Mann sich scheiden lasse von seinem Weibe aus irgendeiner gegründeten Ursache?“ (Matth.19,3)
[GEJ 5.255.6] Da sah Ich ihn fest an und sagte: „Was fraget ihr denn Mich nun darum? Habt ihr in der Schrift denn nicht gelesen, daß Der, welcher im Anfange die Menschen gemacht hat, es auch also machte, daß sie da nur ein Männlein und ein Weiblein waren?! (Matth.19,4)
[GEJ 5.255.7] Und als das erste Menschenpaar dastand vor Dem, der es gemacht hatte, und Dieser wohl sah, daß dem Manne das schöne Weib sehr wohl gefiel, da sprach dieser Eine, den ihr noch nie erkannt habt: ,Sieh, darum wird in der Zukunft ein Mensch Vater und Mutter verlassen und wird anhangen seinem Weibe, und es werden die zwei also ein Fleisch sein!‘ (Matth.19,5) Wenn sich aber das nach dem Worte Gottes also verhält, so sind sie nun nicht zwei, sondern nur ein Fleisch. Was aber Gott also zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht trennen!“ (Matth.19,6)
[GEJ 5.255.8] Darauf sprachen die Pharisäer: „Wenn du schon so ein Schriftkundiger bist, so wirst du auch wohl wissen, daß uns ebenderselbe Moses, der die Erschaffung des Menschen beschrieb, einen förmlichen Scheidebrief so gut als völlig gesetzlich hinterließ und geboten hat, daß man sich scheide vom Weibe einer gegründeten Ursache wegen.“ (Matth.19,7)
[GEJ 5.255.9] Darauf erwiderte Ich: „Moses hat euch wohl einen Scheidebrief gegeben, laut dessen ihr euch scheiden könnet von euren Weibern; aber er tat solches nur um der Härte eurer Herzen willen. Vom Anbeginne der Menschheit auf dieser Erde aber war es nicht also, sondern wie Ich es euch ehedem gesagt habe. (Matth.19,8)
[GEJ 5.255.10] Ich sage euch aber noch weiter hinzu: Wer sich von seinem Weibe, und sei es auch um der argen Hurerei willen, scheidet und freiet eine andere, der bricht die Ehe. Und wer die Abgeschiedene freit, der bricht auch die Ehe. (Matth.19,9) Was aber der Ehebruch für eine Sünde ist, das wisset ihr ohnehin, und Ich brauche euch darüber keine weitere Aufhellung zu geben.“
[GEJ 5.255.11] Hier verließen Mich ohne ein weiteres Wort die Pharisäer.

256. — Ausnahmefälle in ehelichen Dingen. Ev. Matth. 19,10-12

[GEJ 5.256.1] Dafür aber traten Meine Jünger zu Mir und sagten: „Herr, wenn die Sache eines Mannes mit seinem Weibe also stehet, dann ist es wahrlich nicht gut, ehelich zu werden! (Matth.19,10) Denn es gibt dann und wann ja doch Weiber, die gegen den Mann wahre Satane sind, und so denken wir, daß es denn für Deine Ordnung doch nicht gar so unpassend wäre, sich von einem solchen Weibe zu scheiden und des Haushaltes wegen um eine andere zu freien. Denn behält ein Mann ein böses, hurerisches Weib, so gibt es da in einem solchen Hause ja einen ewigen Zank und Hader und viele böse Worte, was im Hause selbst und bei den Nachbarn stets einen bösen Ärger erregen muß. Läßt aber ein solcher Mann sich von einem solchen Weibe scheiden, so wird bald volle Ruhe im Hause herrschen. Und in dem Falle glauben wir denn doch, daß der Scheidebrief Mosis vor aller bessern Menschenvernunft seine volle Rechtfertigung findet.“
[GEJ 5.256.2] Darauf sagte Ich zu den etwas verlegenen Jüngern: „Das Wort (was vor den Pharisäern gesprochen ward) fasset nicht ein jeder Mensch, sondern nur die, denen es gegeben ist, es zu fassen (Matth.19,11), und bis jetzt habt ihr es auch nicht gefaßt, obwohl es euch gegeben ist, es zu fassen; aber ihr sollet es dennoch fassen und werdet es auch!
[GEJ 5.256.3] Fürs erste verweise Ich euch auf das zurück, was Ich über diesen Gegenstand schon zu öfteren Malen geredet habe, und das in einer erschöpfenden Weise.
[GEJ 5.256.4] Fürs zweite aber versteht es sich von selbst, daß Ich durch Moses nie einen Scheidebrief euch beschieden hätte, so Mir in so manchen Fällen, die sich wohl begründen lassen, dessen Notwendigkeit etwa nicht ersichtlich gewesen wäre. Aber wisset ihr denn nicht, welchen verderblichen Mißbrauch die Pharisäer in dieser Zeit und schon lange her mit den Ehescheidungen treiben?! Sie selbst stiften geheim allerlei Unfrieden in einer sonst noch so guten Ehe und bringen es endlich dahin, daß sich die Eheleute scheiden lassen müssen. Nun, die Ehescheidung wird von den Priestern vorgenommen und kostet viel Geld, und darin eben liegt der Grund, warum in dieser Zeit so häufig Ehescheidungen vorkommen, und warum Ich in dieser Hinsicht den Pharisäern die Urgesetze Gottes vor Augen gestellt habe. Meine Macht kennen sie, und so sind sie daher auch mit geheimen Grimme abgezogen.

[GEJ 5.256.5] Fürs dritte aber sage Ich euch noch etwas, und darauf habet acht und zeichnet es sogar auf! Sehet, es gibt unter den Menschen beiderlei Geschlechtes welche, die da verschnitten sind schon vom Mutterleibe aus, andere, aber nur Männlein, die von den Menschen aus was immer für einer Ursache verschnitten worden sind, und es gibt endlich solche Verschnittene, die sich selbst des Himmelreiches wegen verschnitten haben! Wer das fassen kann, des fasse es! (Matth.19,12)
[GEJ 5.256.6] Kurz, diese sind für keine Ehe mehr, und jede mit solchen Verschnittenen geschlossene Ehe ist völlig ungültig und kann ohne alle weiteren Bedenken vollkommen geschieden werden, und der unbeschnittene Teil kann ohne Begehung des Ehebruchs von neuem freien.
[GEJ 5.256.7] Ist aber jemandes Weib unfruchtbar, da tue er im gerechten Sinne, was die alten Väter getan haben, damit sie sich einen Samen erweckt haben, und er wird deshalb vor kein Gericht gestellt werden. – Ich meine nun, daß ihr das endlich werdet gefaßt haben.“

[GEJ 5.256.8] Sagte Petrus: „Bis auf eines wohl; aber wenn jemand ein Weib hat, das aus angeborener purer Geilheit trotz aller Ermahnungen und liebreichen Vorstellungen dennoch in einem fort hurt und also gänzlich unverbesserlich ist, soll man sich von solch einem Weibe auch nicht scheiden lassen? Oder was soll man da nach Deinem Willen Rechtens tun?“
[GEJ 5.256.9] Sagte Ich: „Du kannst dich von solch einem Weibe, das offenbar eine Ehebrecherin ist, ohne weiteres scheiden lassen, – aber du darfst, so sie irgend lebt, um kein anderes Weib freien! Denn du kannst es nicht wissen, ob das Weib sich in der Folge nicht bekehrt und voll Reue in dein Haus zurückkehrt und du dann ein gebessertes, treues Weib hast. Hast du aber unter der Zeit eine andere gefreit, und das frühere Weib käme dann gebessert und voll Reue zu dir zurück, so würdest du es des neues Weibes wegen nicht mehr annehmen können, und siehe, das wäre dann ja doch etwas Schlimmes für dich und noch etwas Schlimmeres für deine nun beiden Weiber; denn dem älteren könntest du keine Barmherzigkeit erweisen und von dem jüngeren dich nicht scheiden, und doch sollst du also barmherzig sein, wie der Vater im Himmel barmherzig ist. Wenn aber du die Barmherzigkeit nicht üben kannst, was bist du dann, und was willst du tun, um in Meiner Ordnung zu verbleiben? Hast du aber einen Drang und viel Natur, da blicke auf die Altväter zurück; aber in deinem Herzen sei Gott getreu und hüte dich vor der Geilheit und Unzucht und der Hurerei! Denn Hurer und Ehebrecher werden in das Gottesreich nicht eingehen. – Hast du das nun wohl verstanden?“
[GEJ 5.256.10] Sagte Petrus: „Ja, Herr, nun bin ich auch da im klaren!“

[GEJ 5.257.1] Hier trat aber sogleich der Wirt zu Mir hin und sagte: „Herr, gilt das auch für uns Heiden?“
[GEJ 5.257.2] Sagte Ich: „Allerdings! Denn es gibt nur einen Gott und Herrn; Der will alle Menschen gleich erzogen haben, und Ich bin darum in diese Welt gekommen, um auch den Heiden das Tor zum Licht und Leben zu öffnen. Und es wird einst die Zeit kommen, und ist eigentlich schon da, wo den Juden das Licht genommen und den Heiden gegeben werden wird.“
[GEJ 5.257.3] Da sprach der Wirt: „Ganz gut, Herr und Meister, es ist gut, daß ich das nun weiß; ich werde meine Genossen schon dahin anhalten, daß sie in Deiner Lehre bleiben und handeln werden. Denn ich errate es jetzt schon, mit wem ich es nun zu tun habe! Du bist ein Gott und kein Mensch; denn Deine Taten hat noch nie je ein Mensch verrichtet, und Worte, wie Du sie geredet hast, sind auch noch nie aus eines Menschen Mund geflossen. Solches alles ist nur einem Gott möglich!



 
GEJ 3 Kapitel 70. — 

Fälle einer gerechten Ehescheidung

[GEJ 3.70.1] Sagt Cyrenius: „Allen meinen Dank Dir darum; denn nun bin ich in einer Sache, die mir stets viel zu schaffen machte, um in derlei Fällen ein rechtes Gericht zu halten, ganz erleuchtet und glaube, daß es nun kaum einen Fall geben dürfte, der mich in einen Zweifel brächte, ob ich so oder so urteilen solle. Nur das einzige wirft sich mir noch als eine sehr bedenkliche Frage auf, und diese lautet also: Gibt es denn gar keinen Fall, in dem man eine einmal geschlossene Ehe also vollkommen auflösen könnte, daß die getrennten Teile, ohne sich der fatalen Sünde des offenbaren Ehebruchs schuldig zu machen, wieder einen andern Teil ehelichen könnten?“

[GEJ 3.70.2] Sage Ich: „O ja, solche Fälle kann es allerdings geben, zum Beispiel: 

Ein Mann hätte ein Weib, das sonst mit allen weiblichen Reizen ganz gut ausgestattet wäre; aber bei der Enthüllung zeigte es sich, daß das Weib ein Zwitter sei. In diesem Falle wäre alsogleiche Auflösung der geschlossenen Ehe ins Werk zu setzen, wenn sie verlangt würde; natürlich aber: Gibt es keinen Kläger, so gibt es auch keinen Richter auf der Erde. Es wäre aber für den Fall ein Gesetz zu geben, demzufolge solch eine Ehe gar nicht zu schließen ist, und der Teil, der als bei sich wohl wissend, daß er für ein eheliches Bündnis nicht taugt, wäre als ein Betrüger zur Verantwortung und zum Schadenersatze zu verhalten (anzuhalten). Was aber hier gesagt ist vom weiblichen Teile, das gilt auch, so der männliche Teil kein vollkommener Mann wäre. So ihn das Weib verläßt und ehelicht einen andern, so begeht sie keinen Ehebruch.

[GEJ 3.70.3] Es kann aber auch unter den Männern solche geben, die sich entweder selbst verschnitten haben wegen des Reiches Gottes, oder solche, die schon in ihrer Jugend aus irgendeinem Weltgrunde verschnitten worden sind (Anm.: unfruchtbar), wie es auch schon Verschnittene im Mutterleibe gibt; alle die Genannten sind für die Ehe völlig untauglich, und ihre völlige Untauglichkeit bedingt die volle Lösung der Ehe von vornherein.

[GEJ 3.70.4] Oder es könnte ein oder der andere eheliche Teil ein derartiges Leibesgebrechen haben, neben dem der andere Teil unmöglich bestehen kann, so wäre auch da die Ehe gänzlich aufzulösen – aber nur in dem Falle, wenn der eine Teil vor der Ehelichung nichts von dem Gebrechen in Erfahrung hatte bringen können; wußte er aber von dem Gebrechen und ist dennoch die Ehe eingegangen, so ist die Ehe gültig und kann nicht aufgelöst werden! 

Dergleichen Gebrechen aber, die eine volle Lösung einer schon geschlossenen Ehe zulassen, wären: 
Verborgene Besessenheit des einen oder des andern Teiles, 
ebenso ein periodischer Irrsinn, 
ein heimlicher Aussatz böser Art, 
Krebsbeulen, 
Läusesucht, 
eine unheilbare Lungenschwindsucht, 
Epilepsie, 
volle Stumpfheit von mindestens zwei Sinnen, 
Gichtbrüchigkeit und 
ein pestilenzialischer Leibes- oder Odemgestank.

[GEJ 3.70.5] Wenn der gesunde Teil vor der Ehebindung keine Kunde hatte, daß sein anderer Teil von einem der nun benannten Gebrechen behaftet sei, so kann er sogleich nach eingegangener Ehe wieder die vollgültige Lösung derselben verlangen, und sie muß ihm gewährt werden! Denn in diesen Fällen ist der gesunde Teil ein Betrogener, und der Betrug löset jeden Vertrag auf und somit auch den der Ehe.

[GEJ 3.70.6] Wollen aber solche Gatten sich nicht scheiden lassen nach dem Willen auch des gesunden Teiles, so ist die Ehe als gültig zu betrachten und kann späterhin außer von Tisch und Bett nicht mehr geschieden werden; denn da gilt euer Satz: VOLENTI NON FIT INIURIA! [Dem Wollenden geschieht kein Unrecht.] 

[GEJ 3.70.7] Außer diesen Fällen aber gibt es nahe wohl keinen mehr, der als Grund einer vollgültigen Ehescheidung könnte angenommen werden.
[GEJ 3.70.8] In allen andern mißlichen Ehefällen müssen die Eheleute Geduld miteinander haben bis in den Tod; denn hatte den jungen Eheleuten der Ehe Honig gemundet, so müssen sie dann schon auch mit der Galle der Ehe sich zufriedenstellen.
[GEJ 3.70.9] Der Ehe Honig aber ist ohnehin der schlechteste Teil derselben; erst mit dem gallichten Teile der Ehe nimmt des Lebens goldner Ernst seinen Anfang. Dieser aber muß überall sich einstellen; denn käme dieser nicht, da ginge es mit der Saat für die Himmel schlecht.
[GEJ 3.70.10] Im oft bittersten Lebensernst beginnt erst der geistige Same sich zu beleben und zu entfalten, der im beständigen Honigleben also erstickt wäre wie eine Fliege, die sich mit aller Gier in den Honigtopf stürzt und vor der zu großen Süßigkeit des Honigs ihr Leben einbüßet. – Bist du nun völlig im klaren?“
 
1. Korinther 7. Kapitel

Verhalten in der Ehe

1 Was aber das betrifft, wovon ihr mir geschrieben habt, so ist es gut für einen Menschen, kein Weib zu berühren. 
  2 Aber um der Hurerei willen habe ein jeder sein eigenes Weib, und eine jede habe ihren eigenen Mann. 
  3 Der Mann leiste dem Weibe die eheliche Pflicht, gleicherweise aber auch das Weib dem Manne. 
  4 Das Weib hat nicht Macht über ihren eigenen Leib, sondern der Mann; gleicherweise aber hat auch der Mann nicht Macht über seinen eigenen Leib, sondern das Weib. 
  5 Entziehet euch einander nicht, es sei denn etwa nach Übereinkunft eine Zeitlang, auf daß ihr zum Beten Muße habet; und kommet wieder zusammen, auf daß der Satan euch nicht versuche wegen eurer Unenthaltsamkeit. 
  6 Dieses aber sage ich aus Nachsicht, nicht befehlsweise. 
  7 Ich wünsche aber, alle Menschen wären wie auch ich selbst; aber ein jeder hat seine eigene Gnadengabe von Gott, der eine so, der andere so.
8 Ich sage aber den Unverheirateten und den Witwen: Es ist gut für sie, wenn sie bleiben wie auch ich. 
  9 Wenn sie sich aber nicht enthalten können, so laßt sie heiraten, denn es ist besser zu heiraten, als Brunst zu leiden.

Über Ehescheidung

10 Den Verheirateten aber gebiete nicht ich, sondern der Herr, daß ein Weib nicht vom Manne geschieden werde, 
11 (wenn sie aber auch geschieden ist, so bleibe sie unverheiratet, oder versöhne sich mit dem Manne) und daß ein Mann sein Weib nicht entlasse. 
  12 Den übrigen aber sage ich, nicht der Herr: Wenn ein Bruder ein ungläubiges Weib hat, und sie willigt ein, bei ihm zu wohnen, so entlasse er sie nicht. 
  13 Und ein Weib, das einen ungläubigen Mann hat, und er willigt ein, bei ihr zu wohnen, so entlasse sie den Mann nicht. 
  14 Denn der ungläubige Mann ist geheiligt durch das Weib, und das ungläubige Weib ist geheiligt durch den Bruder; sonst wären ja eure Kinder unrein, nun aber sind sie heilig.
15 Wenn aber der Ungläubige sich trennt, so trenne er sich. Der Bruder oder die Schwester ist in solchen Fällen nicht gebunden; in Frieden aber hat uns Gott berufen. 
16 Denn was weißt du, Weib, ob du den Mann erretten wirst? Oder was weißt du, Mann, ob du das Weib erretten wirst?

Jeder soll in seinem von Gott gegebenen Stand bleiben

17 Doch wie der Herr einem jeden zugeteilt hat, wie der Herr einen jeden berufen hat, so wandle er! Und so verordne ich es in allen Gemeinden. 
18 Ist jemand nach erfolgter Beschneidung berufen worden, so lasse er sich von ihr nicht wieder gewinnen; ist jemand in unbeschnittenem Zustand berufen worden, so lasse er sich nicht beschneiden. 
19 Beschnitten sein ist nichts und unbeschnitten sein ist auch nichts, wohl aber Gottes Gebote halten.
20 Jeder bleibe in dem Stand, darin er berufen worden ist. 
21 Bist du als Sklave berufen worden, so sei deshalb ohne Sorge! Kannst du aber frei werden, so benütze es lieber. 
22 Denn der im Herrn berufene Sklave ist ein Freigelassener des Herrn; desgleichen ist der berufene Freie ein Knecht Christi.
23 Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte!
24 Brüder, es bleibe ein jeglicher vor Gott in dem Stand , worin er berufen worden ist.

Über die Unverheirateten

25 Was aber die Jungfrauen betrifft, so habe ich kein Gebot des Herrn; ich gebe aber eine Meinung, als vom Herrn begnadigt worden, treu zu sein. 
  26 Ich meine nun, daß dies gut sei um der gegenwärtigen Not willen, daß es einem Menschen gut sei, also zu sein. 
27 Bist du an ein Weib gebunden, so suche nicht los zu werden; bist du frei von einem Weibe, so suche kein Weib. 
  28 Wenn du aber auch heiratest, so hast du nicht gesündigt; und wenn die Jungfrau heiratet, so hat sie nicht gesündigt; aber solche werden Trübsal im Fleische haben; ich aber schone euer. 
  29 Dieses aber sage ich, Brüder: Die Zeit ist gedrängt. Übrigens daß auch die, welche Weiber haben, seien, als hätten sie keine, 
30 und die Weinenden als nicht Weinende, und die sich Freuenden als sich nicht Freuende, und die Kaufenden als nicht Besitzende, 
  31 und die der Welt Gebrauchenden als ihrer nicht als Eigentum Gebrauchende; denn die Gestalt dieser Welt vergeht. 
32 Ich will aber, daß ihr ohne Sorge seid. Der Unverheiratete ist für die Dinge des Herrn besorgt, wie er dem Herrn gefallen möge; 
  33 der Verheiratete aber ist für die Dinge der Welt besorgt, wie er dem Weibe gefallen möge. 
34 Es ist ein Unterschied zwischen dem Weibe und der Jungfrau. Die Unverheiratete ist für die Dinge des Herrn besorgt, auf daß sie heilig sei, sowohl an Leib als Geist; die Verheiratete aber ist für die Dinge der Welt besorgt, wie sie dem Manne gefallen möge. 
  35 Dies aber sage ich zu eurem eigenen Nutzen, nicht auf daß ich euch eine Schlinge überwerfe, sondern zur Wohlanständigkeit und zu ungeteiltem Anhangen an dem Herrn. 
  36 Wenn aber jemand denkt, er handle ungeziemend mit seiner Jungfrauschaft, wenn er über die Jahre der Blüte hinausgeht, und es muß also geschehen, so tue er, was er will; er sündigt nicht: sie mögen heiraten. 
  37 Wer aber im Herzen feststeht und keine Not, sondern Gewalt hat über seinen eigenen Willen und dies in seinem Herzen beschlossen hat, seine Jungfrauschaft zu bewahren, der tut wohl. 
  38 Also, wer heiratet, tut wohl, und wer nicht heiratet, tut besser. 
  39 Ein Weib ist gebunden, so lange Zeit ihr Mann lebt; wenn aber der Mann entschlafen ist, so ist sie frei, sich zu verheiraten, an wen sie will, nur im Herrn.
40 Glückseliger ist sie aber, wenn sie also bleibt, nach meiner Meinung; ich denke aber, daß auch ich Gottes Geist habe.          

 
 
 
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