Wann ist ein Umsturz gerechtfertigt? - A-SITE

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Wann ist ein Umsturz gerechtfertigt?

Fragen zur Zeit > Strukturen für oder gegen die Menschen?
Wann ist ein Umsturz gerechtfertigt? [Folge 1]
Die alten chinesischen Weisen nannten vor allem 2 Umstürze, die sie als gerechtfertigt ansahen, und dabei kam es jeweils zu einem Dynastiewechsel, also einem großen Systemwechsel. Nicht nur zum Ersatz Einzelner, was bei dem Riesensumpf, der geherrscht hat, nichts genutzt hätte.
Die geschichtliche Darstellung von Di Xin und den Umsturz durch König Wu in Wikipedia:
König Dì Xīn von Shang (populärer Name: König (Shang) Zhou, Shāng Zhòu (Wáng), geboren als Zi Shou, (* ? v. Chr.; † 1122 v. Chr.) herrschte von 1155 v. Chr. bis 1122 v. Chr. als letzter König (der 31. oder 32. König) der Shang-Dynastie [...]
Di Xin vergrößerte das Reich der Shang durch zahlreiche Schlachten mit den umliegenden Völkern, bei denen er auch den Stamm der Yiren schlug, die heute als Dongyi bekannt sind.
In seinen späteren Regierungsjahren erlag er dem Alkohol und den Frauen, und war moralisch degeneriert. Er vernachlässigte die Staatsangelegenheiten und hielt nach Sima Qian ausschweifende Feste und Orgien ab, bei denen wüste Lieder gespielt wurden.
Sein Bruder Wei Zi versuchte, ihn zur Besinnung zu bringen, wurde aber gerügt. Sein Onkel Bi Gan ermahnte ihn, aber er ließ Bi Gan das Herz herausreißen, um zu wissen, wie das Herz eines Weisen aussieht. Als sein Onkel Ji Zi davon hörte, ging er zum königlichen Neffen und ermahnte den König, aber er wurde eingesperrt. Nachdem die Armee der Shang-Dynastie von der des Zhou-Stammes (vom König Zhou Wu geleitete) besiegt wurde, steckte Di Xin den Palast Lu Tai in Brand und beging Selbstmord.
Das Geschichtswerk Shiji berichtet, dass Di Xin sehr kräftig war [...]. Er begünstigte seine wunderschöne aber böse Nebenfrau Da Ji und vertraute ihr, und richtete den sogenannten Alkohol-Pool und den Fleisch-Wald ein. Di Xin befahl sehr grausame Foltern, wie das Brennen mit rotglühenden Bronzestäben und das Werfen von Gefangenen in einen großen Kessel voller Skorpione. Weiters sperrte er die Dissidenten-Lehnsfürsten wie den Xi Bo Markgrafen Ji Chang, Vater des Königs Zhou Wu, vom Stamm Zhou, ein.
Der siegreiche Wu, König von Zhou, war der erste König der chinesischen Zhou-Dynastie. Seine Regentschaft hat etwa 1046 v. Chr. begonnen und etwa 1043 v. Chr. mit seinem Tod geendet. Sein eigentlicher Name war Ji Fa.
 
Wann ist ein Umsturz gerechtfertigt? [Folge 2]
In der vorherigen Folge gibt es um das Ende der Shang-Dynastie wegen Ausschweifungen aller Art. Dabei hatte die Shang-Dynastie hunderte Jahre zuvor ebenfalls ein entartetes System (Xia-Dynastie) abgelöst und einen guten Anfang gehabt.
Nehmen wir nochmal Wikipedia:
König Tāng von Shang in China, († 1742 v. Chr.), Geburtsname Zǐ Lǚ, war der Gründer und der erste König der chinesischen Shang-Dynastie. Er wird heute als Shāng Tāng, Wǔ Tāng, Tiān Yǐ, Chéng Tāng, Chéng Táng oder als Táng, Dà Yǐ oder Gāozǔ Yǐ bezeichnet.
Er war der Führer des Shang-Stamms. Nach der Eheschließung mit Youxin Shi ernannte er die begabten Yī Yǐn und Zhòng Huǐ jeweils zum Minister zur Rechten und Minister zur Linken. Er besetzte den Ort Bó als militärischen Außenposten, um die Zerstörung der Xia-Dynastie vorzubereiten.
König Jie von Xia war der letzte Herrscher der Xia-Dynastie in China. Er wird für ihren Fall verantwortlich gemacht.
König Jie regierte tyrannisch und misshandelte das Volk. Die Aufzeichnungen der späteren Qin-Dynastie berichtet, dass das Land in seinem letzten Regierungsjahr im Juli Morgenfrost auftrat. Schwere Regenfälle schwemmten die Häuser fort, heißes und kaltes Wetter wechselten sich chaotisch ab, und die Ernte verdarb.
Zi Lü übernahm die Herrschaft über den Shang-Stamm von seinem Vorgänger Shi Gui und herrschte 17 Jahre lang als Stammesführer. Als er den Verfall der Xia-Dynastie erkannte, führte er elf Kriege gegen sie, in denen er viel Land gewinnen und viele kleinere Staaten zu seinen Vasallen machen konnte.
Nach einem Aufstand in Xia besiegte Zi Lü in der Mingtiao Schlacht (um 1766 v. Chr.) den korrupten Jie, den letzten König der Xia-Dynastie, und herrschte als König Tang bis 1742 v. Chr. über China.
König Tangs Herrschaft wird als eine Wohltat für das chinesische Volk gewertet. Er senkte die Abgaben und die Konskription der Soldaten (es wurden weniger Männer einberufen). Er dehnte den Einfluss seiner Dynastie bis über den Jangtsekiang aus und gewann einige Vasallenstaaten.
 
Wann ist ein Umsturz gerechtfertigt? [Folge 3]

Im chinesischen I GING gibt es das Zeichen 49, das für Umwälzung, Umsturz, Revolution, Mauserung steht. Das kann nun eine innerliche (seelisch/geistige) oder äußerliche große Änderung sein.
Um nun zu verstehen, wann die chinesischen Weisen einen Umsturz für gerechtfertigt und edel hielten, nämlich nicht so oft wie jene, die nur alles kritisieren und anders haben wollen, glauben, ist folgende Erklärung beim Zeichen 49 wissenswert.

49: Die Wirkungen gehen gegeneinander, die Kräfte bekämpfen sich wie Feuer und Wasser (See), von denen jedes das andere zu vernichten strebt. Daher der Gedanke der Umwälzung.
Das Urteil (in Ensprechungen verfasst):
Die Umwälzung.
Am eigenen Tag, da findest du Glauben.
Erhabenes Gelingen, fördernd durch Beharrlichkeit.
Die Reue schwindet.

Eine Erklärung: "Staatliche Umwälzungen sind etwas überaus Schweres. Man darf sie nur im äußersten Notfall, wenn kein anderer Ausweg übrig ist, vornehmen.
Nicht jeder ist dazu berufen, sondern nur der, der das Vertrauen des Volkes hat,
und auch der erst dann, wenn die Zeit erfüllt ist.
Man muß dabei in der rechten Weise vorgehen, daß man das Volk erfreut und durch Aufklärung Ausschreitungen verhindert.
Man muß dabei ferner ganz frei von selbstsüchtigen Zielen sein und muß wirklich der Not des Volkes abhelfen.
Nur dann hat man nichts zu bereuen.
Die Zeiten ändern sich und mit ihnen die Anforderungen. So ändern sich die Jahreszeiten im Lauf des Jahres. So gibt es auch im Weltenjahr Frühling und Herbst der Völker und Nationen (wenn eine Dynastie entartet, siehe Folgen 1 und 2), die gesellschaftliche Umgestaltungen erfordern."
 
Wann ist ein Umsturz gerechtfertigt? [Folge 4]
Auch im AT und für die Zeit Jesu gibt es genügend Überlieferungen von Kriegen und Umstürzen.
Dabei ist wiederum wichtig zu wissen, was Entsprechungen sind, dass nämlich etwa Namen für Eigenschaften stehen.
Bestimmte Völker waren also teuflisch unterwegs - tyrannisch und unbarmherzig und eine Qual für die Menschen.
Das höchst Lehrreiche ist dabei, dass das Schicksal eines Volkes stets mit dessen Eigenschaften verknüpft war (und immer noch ist!).
Die mit dem Willen Gottes waren, gewannen auch gegen jene, die gegen den Willen Gottes waren, wenn sie krass in der Unterzahl waren, weil Gott mit ihnen kämpfte. Oder anders dargestellt in David gegen Goliath.
Und das galt auch für "das Volk Gottes" - als es sich von Gott abwendete (= schlechten Eigenschaften frönte), kam nach dem Ignorieren mehrerer Warnungen durch Gottes Propheten dann Nebukadnezar und machte dem bösen Treiben ein Ende.
Das ist eine Parallele zur Geschichte in Teil 1, bei der der Tyrann auch nicht auf den Weisen hören wollte.
Als Nebakadnezar später selbst größenwahnsinnig wurde und Dinge verlangte, die gegen die Gebote Gottes waren, erging es ihm dann ebenfalls schlecht. Und er konnte denjenigen Gotteskindern, die sich weigerten beim Bösen mitzumachen, nichts anhaben (Feuerofen).
Zusammenfassend können wir also sagen, dass die Hinweise im I GING (Offenbarung zur Zeit des Eingottglaubens!) und im AT insofern gut zusammenpassen, dass Umstürze im Sinne Gottes sind, wenn bösartige Tyranneien zu sehr ausarten, und die Zeit dann dafür reif ist. Und das nie zum Selbstzweck, sondern um dem Teuflischen einhalt zu gebieten wenn das Maß voll ist.
Heutzutage gibt es wohl kein Volk im Sinne eines Staates, das dem Willen Gottes in größerem Ausmaß folgt, sondern das Volk Gottes besteht aus Menschen aus allen Völkern, die sich innerlich darum bemühen so zu lieben wie Jesus. Deswegen ist das bei Kriegen zwischen Ländern nicht mehr so zu beurteilen wir früher weil alle genügend "Dreck am Stecken" haben.
Außerdem ist die Herrschaft ja jetzt ohnehin schon global.
Den Seinen, die beim Bösen nicht mitmachen, wird es jedenfalls gut ergehen, egal zu welchem Staat sie "gehören".
Nun noch die umgekehrte Situation. Zur Zeit Jesu gab es die römische Besatzung und gegen diese wollten zwar Barabas und Judas aufbegehren, aber nicht Jesus. Die Juden hatten einen Massias erwartet, der sie von der Besetzung befreit. Aber bei der Besetzung durch die Römer trafen nicht die oben genannten argen tyrannischen Merkmale zu, sie ließen z.B. auch den Juden ihre Religionsausübung und regionale Herrscher wie Herodes.
Das ist also sehr wichtig zu wissen. Hier war kein Umsturz durch die Juden gerechtfertigt, sondern dass die Juden erobert worden waren!!
Und Jesus kündigte dann an, dass Jerusalem total zerstört werden würde, was im Jahre 70 n.Chr. durch die Römer auch geschah.
 
Wann ist ein Umsturz gerechtfertigt? [Folge 5]
Bei großer Hungersnot im Volk ist es gerechtfertigt, so man mit Liebe vorgeht, das Kapital der Reichen zu verwenden. Siehe auch [Folge 8]

Winke über die soziale Frage
1] Es läßt sich nun fragen, da der Herr nie ein Eigentumsrecht eingeführt und daher auch unmöglich je ein Gebot gegeben hat, durch welches man besonders ein erwuchertes Vermögen so vieler geiziger Wucherer respektieren soll, und das gegenüber einer Unzahl der allerärmsten Menschen, – ob man dann wohl stehlen dürfte, das nämlich, was sich solche „Wucherer“, dem göttlichen Gesetze zuwider, zusammengescharrt haben? Denn man nimmt doch einem Diebe nach den irdischen Gesetzen, sobald man ihn ertappt, seine gestohlenen Sachen weg. Sollte man denn nicht umso mehr das Recht haben, den allerbarsten Dieben und Räubern gegenüber dem göttlichen Gesetze ihre zusammengeraubten Reichtümer wegzunehmen und sie unter die Bedürftigen zu verteilen?
2] Nach dem Verstandesschlusse könnte man gegen diese Forderung gerade nichts einwenden; aber der rechte Mensch hat noch höhere Kräfte in sich als seinen Verstand. Was werden aber diese zu dieser Verstandesbilligung sagen?
3] Fragen wir unsere Nächstenliebe und unsere Gottesliebe. Was spricht sie in ihrem inwendigsten, ewig lebendigen Geiste aus Gott? Sie spricht nichts anderes, als was der Herr Selbst gesprochen hat, nämlich: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt!“ – Und wer sein äußeres Leben liebt, der wird das innere verlieren; wer aber sein äußeres Leben flieht und gering achtet, der wird das innere behalten. Das spricht alsdann der innere Geist.
4] Wir sehen nirgends eine Aufforderung, daß wir uns über die Güter der Reichen hermachen sollen. Der Herr Selbst spricht: „Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist.“ So befiehlt Er auch nicht dem reichen Jünglinge, seine Güter zu verkaufen, sondern erteilt ihm nur den freundschaftlichen Rat nebst der Verheißung des ewigen Lebens.
5] Da wir sonach nirgends auf ein Gebot vom Herrn stoßen, durch welches Er ausdrücklich befohlen hätte, sich irgendwie des Reichtums der Wucherer zu bemächtigen, so liegt es auch sicher klar am Tage, daß ein wahrhaftiger Christenmensch nicht das Recht hat, sich über die Güter der Reichen herzumachen. – Selbst derjenige, der in der größten Not ist, hat vom Herrn aus kein irgend nachzuweisendes Recht, sich der Güter selbst eines barsten Diebes zu bemächtigen; wohl aber hat bei einem großen Notzustande ein ganzes Volk das Recht dazu.
6] Warum denn? Weil dann der Herr Selbst im Volke waltend auftritt und bewirkt dadurch für die nimmersatten Wucherer ein gerechtes Gericht. – Nur sollte sich da niemand, außer im höchsten Notfalle, erlauben, die Wucherer und die reichen Hartherzigen zu ermorden, sondern ihnen nur so viel von ihren höchst überflüssigen Schätzen wegzunehmen, als das Volk zu seiner Unterstützung nötigst bedarf, um sich wieder auf die Füße des friedlichen Erwerbes stellen zu können.
[GS 2.84.7] Dem reichen Wucherer aber solle noch immer so viel gelassen werden, daß er auf der Welt keine Not leide; denn das ist ja sein einziger Lohn für seine Arbeit. Der Herr aber will niemanden strafen, sondern jedermann nur belohnen nach der Art seiner Tätigkeit.
[GS 2.84.8] Da der Reiche und Wucherer aber nach diesem Erdenleben nichts mehr zu erwarten hat, da ist es ja recht und billig, daß er für sein Talent dort seinen Lohn findet, wo er gearbeitet hat.
[GS 2.84.9] Zudem will der Herr auch keinen Menschen auf dieser Welt völlig richten, damit da für einen jeden die Möglichkeit noch vorhanden bleibe, sich freiwillig von der Welt abzuwenden und zum Herrn zurückzukehren. Würde nun solch einem reichen Wucherer alles weggenommen werden, so erscheint er schon als völlig gerichtet; denn Verzweiflung wird sich seiner bemächtigen und eine endlose Zornwut, in der er unmöglich je den Weg des Heils betreten kann. Ist ihm aber noch ein genügendes Vermögen gelassen worden, so ist er fürs erste keiner irdischen Not ausgesetzt und erscheint auch nicht als völlig unbelohnt für sein Spartalent; fürs zweite aber kann er in diesem Zustande als nicht völlig gerichtet ja auch noch den Rat befolgen, den der Herr dem reichen Jünglinge gegeben hat, und kann dadurch zum ewigen Leben gelangen.
10] Am wenigsten aber sollen bei solchen äußersten Unternehmungen von seiten eines tiefverarmten Volkes blutige Grausamkeiten ausgeübt werden; denn sobald solches geschieht, da wirkt nicht mehr der Herr mit dem Volke und das Volk wird seine Tat nicht gesegnet sehen! Denn wenn es heute siegen wird, so wird es morgen wieder geschlagen, und da wird ein Blut wider das andere fließen! Nie soll der Mensch vergessen, daß alle Menschen seine Brüder sind. Was er unternimmt, das soll er stets mit einem liebeerfüllten Herzen unternehmen; niemandem soll er je etwas Böses tun wollen, sondern allezeit nur etwas Gutes, besonders im geistigen Teile zum ewigen Leben Wirkendes.
11] Ist so sein Sinn beschaffen, dann wird der Herr seine Handlung segnen, im Gegenteile aber verfluchen! Denn so der Herr Selbst niemandem ein ewig tödlicher Richter sein will, dem doch alle Gewalt im Himmel und auf Erden eigen ist, und Er niemanden zu fragen hat, was Er tun oder nicht tun soll, um so weniger soll ein Mensch auf der Erde etwas nach seinem argen Willen tun.
12] Wehe aber dem Volke, welches ohne die äußerste Notwendigkeit sich gegen die Reichen und Mächtigen erhebt! Das wird für seine Tat bitterst gezüchtigt werden; denn die Armut ist des Herrn. Wer den Herrn liebt, der liebt auch die Armut; der Reichtum und das Wohlleben aber ist der Welt und des Satans! Wer nach diesem trachtet, was der Welt ist, und es liebt, der hat sich vom Scheitel bis zur Zehe dem Satan einverleibt!
13] Solange also irgendein Volk sich des Tages nur einmal halbwegs sättigen und noch das Leben erhalten kann, so lange auch soll es sich nicht erheben. Wenn aber die Reichen und Wucherer beinahe alles an sich gerissen haben, so daß Tausenden von armen Menschen augenscheinlichst der Hungertod droht, dann ist es Zeit, sich zu erheben und die überflüssigen Güter der Reichen untereinander zu teilen; denn dann will es der Herr, daß die Reichen bis zu einem großen Teile für ihre schändliche Eigenliebe und Habsucht gezüchtigt werden sollen.
14] Zum Schlusse der Abhandlung über dieses Gebot dürfte vielleicht noch jemand fragen, ob die Zinsnahme für geliehene Kapitalien nicht gewisserart auch wider das siebente Gebot ist? Da sage ich: Wenn in einem Staate der Zinsfuß gesetzlich bestimmt ist, so ist es auch erlaubt, nach diesem Zinsfuße von den Reichen die Interessen zu nehmen; hat aber jemand einem Bedürftigen ein erforderliches Kapital geliehen, so soll er dafür keine Zinsen verlangen.
15] Hat sich dieser Notdürftige mit diesem Kapital insoweit geholfen, daß er sich nun in seiner Gewerbshantierung bürgerlich wohl befindet, so soll er darauf bedacht sein, das geliehene Kapital seinem Freunde wieder zurückzuerstatten. Will er aus Dankbarkeit die gesetzlichen Zinsen zahlen, so soll sie der Ausleiher nicht annehmen, wohl aber den Rückzahler erinnern, solche an seine ärmeren Brüder zu verabfolgen nach seiner Kraft.
16] Ganz Armen aber soll niemand ein Kapital leihen, sondern was einer ihnen gibt, das soll er ihnen ganz geben. Das ist in dieser Hinsicht der Wille des Herrn. Wer ihn befolgt, der wird des Herrn Liebe haben. – Da wir somit alles berührt haben, was dieses Gebot betrifft, so können wir uns sogleich in den achten Saal begeben, allda wir ein Gebot kennen lernen werden, das diesem siebenten in vieler Hinsicht gleichen wird. –
(Geistige Sonne 2, 84. Kapitel)
Vom rechten, gottgefälligen Geben
81. — Vom rechten, gottgefälligen Geben
1] (Der Herr:) „Dieses besteht in dem reinen Begriffe über Mein und Dein. Moses sagt: ,Du sollst nicht stehlen!‘ und wieder: ,Du sollst kein Verlangen tragen nach allem, was deines Nächsten ist, außer ein solches, das aller Gerechtigkeit entspricht!‘
2] Du kannst deinem Nächsten wohl ganz redlich etwas abkaufen und es dann gerecht und vor allen Menschen ehrlich besitzen; aber jemandem wider seinen Willen geheim etwas entwenden, ist Sünde wider die von Gott durch Moses den Menschen gegebene Ordnung, weil so eine Handlung offenbarst gegen alle Nächstenliebe streitet. Denn was dir rechtlichermaßen unangenehm sein muß, so es dir ein anderer tut oder täte, das tue auch du deinem Nächsten nicht!
3] Der Diebstahl entspringt zumeist der Eigenliebe, weil daraus hervorgehen die Trägheit, der Hang zum Wohlleben und zur Tatlosigkeit. Aus dem geht hervor eine gewisse Mutlosigkeit, die mit einer hochmütigen Scheu umlagert ist, der zufolge man sich zwar nicht zur etwas lästigen Bitte, aber desto eher zum geheimen Stehlen und Entwenden bequemt. Im Diebstahl ruhen sonach eine Menge Gebrechen, darunter die zu sehr emporgewachsene Eigenliebe der offenbarste Grund von den andern allen ist. Durch eine recht lebendige Nächstenliebe kann diesem Seelenübel am meisten entgegengewirkt werden zu allen Zeiten.
4] Du denkst nun erklärlicherweise in deinem Gehirne: ,Nächstenliebe wäre leicht geübt, wenn man nur immer die Mittel dazu besäße! Aber unter hundert Menschen gibt es stets kaum zehn, die so gestellt sind, daß sie diese herrliche Tugend üben können; die neunzig sind zumeist solche, an denen diese Tugend von den zehn Vermögenden ausgeübt werden soll. So man aber nur durch die Ausübung der Nächstenliebe dem Laster der Dieberei kräftigst begegnen kann, da werden die neunzig Armen sich schon schwer ganz davor verwahren können; denn denen fehlen die Mittel, diese Tugend kräftigst zu üben.‘
5] Du hast verstandesgemäß ganz richtig gedacht, und niemand kann dir mit dem Weltverstande etwas einwenden. Aber im Verstande des Herzens liesest du eine andere Sprache, und diese lautet: Nicht mit der Gabe nur werden die Werke der Nächstenliebe geübt, sondern vielmehr durch allerlei gute Taten und ehrliche und redliche Dienste, bei denen es am guten Willen natürlich nicht fehlen darf.
6] Denn der gute Wille ist die Seele und das Leben eines guten Werkes; ohne den hätte auch das an und für sich beste Werk gar keinen Wert vor dem Richterstuhle Gottes. Hast du aber auch ohne alle Mittel den lebendig guten Willen, deinem Nächsten, so du ihn in irgendeiner Not erschauest oder triffst, so oder so zu helfen, und es wird dir darum schwer ums Herz, so du solches nicht vermagst, so gilt dein guter Wille bei Gott um sehr vieles mehr als das Werk eines andern, zu dem man ihn durch was immer erst hat verlocken müssen.
7] Und hat ein Reicher eine ganz verarmte Gemeinde darum wieder auf die Füße gestellt, weil die Gemeinde ihm, so sie wieder wohlständig wird, den Zehent und eine gewisse Untertänigkeit zugesagt hat, so ist sein ganzes gutes Werk vor Gott gar nichts; denn er hat sich seinen Lohn schon genommen. Was er getan hat, das hätte des Gewinnes wegen auch ein jeder noch so wucherische Geizhals getan.
8] Du siehst daraus, daß vor Gott und zum Vorteile des eigenen inneren, geistigen Lebens ein jeder Mensch, ob er reich oder arm ist, die Nächstenliebe üben kann; es kommt nur auf einen wahrhaft lebendig guten Willen an, demnach ein jeder mit aller Hingebung gerne tut, was er nur kann.
9] Freilich wäre da der gute Wille allein auch nichts, so du ein oder das andere Vermögen wohl besäßest und es dir auch nicht am guten Willen fehlte, du nähmest aber dabei doch gewisse Rücksichten, teils auf dich selbst, teils auf deine Kinder, teils auf deine Anverwandten und teils noch auf manches andere, und tätest dem, der bedürftig vor dir steht, entweder nur etwas weniges oder mitunter auch gar nichts, weil man denn doch nicht allzeit wissen könne, ob der Hilfesucher doch nicht etwa ein fauler Lump sei, der der angesuchten Hilfe nicht würdig sei. Man täte da dann nur einen Lumpen in seiner Trägheit unterstützen und entzöge dadurch die Unterstützung einem Würdigeren! Kommt aber ein Würdigerer, so trägt man dann auch dieselben Bedenken; denn man kann es ja doch nicht mit völliger Bestimmtheit wissen, daß dieser ein völlig Würdiger ist!
10] Ja, Freund, wer sich beim Wohltun, selbst beim besten Willen, also besinnt, ob er etwas Erkleckliches tun solle oder nicht, dessen guter Wille ist und hat noch lange nicht das rechte Leben; darum zählen bei ihm weder der gute Wille noch die guten Werke etwas Besonderes vor Gott. Wo das Vermögen ist, müssen der Wille und die Werke gleich sein, sonst benimmt eines dem andern den Wert und die Lebensgeltung vor Gott.
[GEJ 4.81.11] Was du aber tust oder gibst, das tue und gib mit vielen Freuden; denn ein freundlicher Geber und Täter hat einen Doppelwert vor Gott und ist der geistigen Vollendung auch ums Doppelte näher!
12] Denn des freundlichen Gebers Herz gleicht einer Frucht, die leicht und früh reif wird, weil sie in sich eine Fülle der rechten Wärme hat, die zum Reifmachen einer Frucht von höchster Notwendigkeit ist, weil in der Wärme das entsprechende Element des Lebens, weil der Liebe, waltet.
13] Also ist des Gebers und Täters Freudigkeit und Freundlichkeit eben jene nicht genug zu empfehlende Fülle der rechten innern, geistigen Lebenswärme, durch die die Seele für die Vollaufnahme des Geistes in ihr ganzes Wesen mehr denn ums Doppelte eher reif wird und auch werden muß, weil eben diese Wärme ein Übergehen des ewigen Geistes in seine Seele ist, die durch solchen Übergang ihm stets ähnlicher gemacht wird.
14] Ein sonst aber noch so eifriger Geber und Wohltäter ist von dem Ziele der wahren innern, geistigen Lebensvollendung um so entfernter, je saurer und unfreundlicher er beim Geben und Tun ist; denn das unfreundliche und saure Gebaren beim Geben hat noch etwas materiell Weltliches in sich und ist darum vom rein himmlischen Elemente um sehr vieles entfernter denn das freudige und freundliche.
15] Also sollst du beim Geben oder Tun auch nicht ernste und oft bittere Ermahnungen mitgeben; denn diese erzeugen bei dem armen Bruder oft eine bedeutende Traurigkeit, und er fängt dann an, sich im Herzen sehr danach zu sehnen, von dem ihn stets mit ernster Miene ermahnenden Wohltäter ja nichts mehr annehmen zu müssen. Den Wohltäter aber machen solche unzeitige Ermahnungen nicht selten so ein wenig stolz, und der Bewohltätigte fühlt sich dadurch zu tief unter die Füße des Wohltäters geworfen und fühlt dann erst so recht seine Not vor dem Wohlstande des Wohltäters, und da ist es, wo das Nehmen bei weitem schwerer denn das Geben wird.
16] Wer Vermögen und einen guten Willen hat, der gibt leicht; aber dem armen Nehmer wird schon beim freundlichsten Geber bange, so er sich durch seine Armut genötigt sieht, dem noch so freundlichen Wohltäter zur Last fallen zu müssen. Wie schwer muß ihm aber erst ums Herz werden, so der Wohltäter ihm mit einem grämlichen Gesicht entgegentritt und ihm noch vor der Wohltat mehrere weise Lehren zukommen läßt, die für den Bewohltätigten in der Zukunft zu schmerzlichen Hemmschuhen werden, in einem Notfalle noch einmal vor die Tür des Mahnpredigers zu kommen, weil er bei einem zweiten Kommen noch eine weisere, längere und somit eindringlichere Predigt erwartet, die nach seinem Verständnisse allenfalls soviel sagt als: ,Komme du mir ja nicht sobald – oder auch gar nie wieder!‘, obwohl der Geber sicher nicht und nie im entferntesten Sinne daran gedacht hat.
17] Eben darum aber hat ein freudiger und freundlicher Geber einen so großen Vorzug vor dem grämlichen Mahnprediger, weil er das Herz des Nehmers tröstet und erhebt und in eine dankbare Stimmung versetzt. Auch erfüllt es den Nehmer mit einem liebevollen und gedeihlichen Vertrauen gegen Gott und gegen Menschen, und sein sonst so schweres Joch wird ihm zu einer leichteren Bürde, die er dann mit mehr Geduld und Hingebung trägt, als er sie zuvor getragen hat.
18] Ein freudiger und freundlicher Wohltäter ist einem armen und notleidenden Bruder gerade das, was dem Schiffer auf sturmbewegtem Meer ein sicherer und freundlicher Hafen ist. Aber ein grämlicher Wohltäter in der Not gleicht nur einer dem Sturme weniger ausgesetzten Meeresbucht, die den Schiffer wohl vor einer gänzlichen Strandung sichert, aber ihn danebst stets in einer spannenden Furcht erhält, ob nicht eine unheimliche und sehr verderbliche Springflut die Bucht nach dem Sturme, wie es dann und wann geschieht, heimsuchen könnte, die ihm dann einen größeren Schaden bringen könnte als zuvor des hohen Meeres Sturm.
19] Jetzt weißt du auch vollkommen nach dem Willensausmaße Gottes, wie die wahre und die geistige Vollendung einer leicht und ehest zu bewerkstelligenden Nächstenliebe beschaffen sein muß; tue danach, so wirst du auch leicht und ehest das allein wahre Lebensziel erreichen!“
(Großes Evangelium Johannes Band 4 Kap. 81)
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Da gilt es aufzupassen, ob man in so eine egoistisch verzerrte Einstellung kommt, dass man dies oder jenes jetzt "verdient" hätte.
Abstrahiert man dies, so kann es bis zum "verdienten" Reich Gottes gehen statt zu sagen "Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit".
Luzifer meinte vor seinem Fall, dass Licht und Kraft sein eigen wäre und er rebellierte gegen Gott. Da hieß es nicht "denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit"
"Du sollst nicht stehlen!" ist kein Eigentumsrecht
[GS 2.83.11] Was heißt denn hernach im eigentlichen wahren Sinne: „Du sollst nicht stehlen?“ – Im eigentlichen Sinne heißt das so viel:
[GS 2.83.12] Du sollst nimmer die göttliche Ordnung verlassen, dich nicht außer dieselbe stellen und der Rechte Gottes dich bemächtigen wollen. –
[GS 2.83.13] Was aber sind diese Rechte und worin bestehen sie? Gott allein ist heilig und Ihm allein kommt alle Macht zu! Wen Gott selbst heiliget und ihm die Macht erteilt, der besitzt sie rechtmäßig; wer sich aber selbst heiligt und die göttliche Macht an sich reißt, um im Glanze derselben eigennützig und habsüchtig zu herrschen, der ist im wahrhaftigen Sinne ein Dieb, ein Räuber und ein Mörder!
[GS 2.83.14] Wer also eigenmächtig und selbstliebig durch was immer für äußere Schein- und Trugmittel, seien sie irdischer oder geistiger Art, sich über seine Brüder erhebt, der ist's, der dieses Gebot übertritt. In diesem Sinne wird es auch diese Kinder hier gelehrt, und ihnen auf praktischem Wege gezeigt, daß da kein Geist je die ihm innewohnende Kraft und Macht eigenmächtig gebrauchen soll, sondern allzeit nur in der göttlichen Ordnung.
[GS 2.83.15] Man wird aber jetzt sagen: Wenn dem so ist, da ist das bekannte Stehlen und Rauben ja erlaubt. Ich aber sage: Nur Geduld, die nächste Folge soll alles ins klare Licht bringen. – Für jetzt aber wollen wir uns mit dem zufriedenstellen, indem wir einmal wissen, was unter dem Stehlen zu verstehen ist, und daß der Herr durch dieses Gebot nie ein Eigentumsrecht eingeführt hat. –
 
 
Wann ist ein Umsturz gerechtfertigt? [Folge 6]
Wie ist die derzeitige Stimmung bezüglich Umsturzwilligkeit?
"Around 580,000 respondents in 35 countries were asked the question: Would you actively participate in large-scale uprising against the generation in power if it happened in the next days or months? More than half of 18- to 34-year-olds said yes."
Mehr Details, in welchen Ländern es eher so ist, ist hinter dem Link zu sehen.
Die Umfrage kommt allerdings von der EU und ich kann eigentlich nicht nachvollziehen, dass das zumindest in meiner Umgebung so wäre.
Vielleicht will man solche Meldungen ja nutzen, damit die Menschen eher bei bürgerkriegsähnlichen Zuständen mitmachen, was ja geplant sein dürfte und auch von einigen Hellsehern wie Alois Irlmaier vorhergesagt wurde.
Vorsicht! Die eigene Unzufriedenheit alleine ist noch lange kein Grund für Rebellion, wie diese Serie hoffentlich klarmacht. Vielmehr werden jene mit eingeplant und als Spielball benutzt.
Ich wünsch euch Frieden im Herzen! 
 
Wann ist ein Umsturz gerechtfertigt? [Folge 7]
Eine der Ursachen für Unzufriedenheit und Rebellion.
Die Lösung! Wie der innere Sinn des 9. Gebots dem vorbeugen würde und diesbezüglich ein gutes Miteinander ergeben würde!
Ein spirituelles Werk aus dem 19. Jhdt. zeigt deutlich die Zusammenhänge auf. Durch das reine Wörtlichnehmen des 9. Gebots und ähnliche Einstellungen bezüglich Eigentum, Gier und Macht:
Die Herrscher werden zu Tyrannen und die Untertanen zu Geizhälsen und Wucherern. Die Haut der Sanften wird über die Militärtrommel gespannt oder die gutmütigen Esel von Untertanen werden zum arglistigen Spielwerkzeug der Mächtigen und Wucherer.
[GS 2.89.11] Die Folgen davon sind Volksaufstände, Revolutionen, Staatenumwälzungen und Zerstörungen, gegenseitige Volkserbitterungen, dann darauffolgende langwierige blutige Kriege, Hungersnot, Pestilenz und Tod.
[GS 2.89.12] Wie lautet aber demnach derjenige Sinn, durch dessen Beobachtung alle Völker ihr unzerstörbares zeitliches und ewiges Glück finden müssen? Er lautet ganz kurz also:
[GS 2.89.13] Achtet euch untereinander aus gegenseitiger wahrhaftiger Bruderliebe, und keiner beneide den andern, so er von Mir, dem Schöpfer, seiner größeren Liebe wegen mehr begnadigt wurde. Der Begnadigtere aber lasse seine daraus hervorgehenden Vorteile allen seinen Brüdern als Bruder so viel als möglich zugute kommen, so werdet ihr dadurch unter euch einen ewigen Lebensverband gründen, den keine Macht ewig je zu zerstören imstande sein wird!
[GS 2.89.14] Wer sieht aus dieser Darstellung des Gebotes nicht auf den ersten Augenblick ein, daß durch seine Beobachtung nicht ein Häkchen des Buchstabensinnes gekrümmt wird. Und wie leicht ist dann dieses Gebot naturmäßig zu beobachten, wenn man es also geistig beobachtet. Denn wer seinen Bruder achtet in seinem Herzen, der wird auch seine Sammlungen und Einrichtungen achten. Durch die geistige Beobachtung dieses Gebotes wird allem Wucher und aller übertriebenen Erwerbssucht vorgebeugt, welche aber nur im alleinigen Buchstabensinne ihren sanktionierten Vertreter oder Advokaten finden.
(Die Geistige Sonne 2)
 
Wann ist ein Umsturz gerechtfertigt? [Folge 8]
Wann der Aufstand eines ganzen Volkes von Gott gesegnet wird
84. Kapitel – Winke über die soziale Frage.
[GS 2.84.1] Es läßt sich nun fragen, da der Herr nie ein Eigentumsrecht eingeführt und daher auch unmöglich je ein Gebot gegeben hat, durch welches man besonders ein erwuchertes Vermögen so vieler geiziger Wucherer respektieren soll, und das gegenüber einer Unzahl der allerärmsten Menschen, – ob man dann wohl stehlen dürfte, das nämlich, was sich solche „Wucherer“, dem göttlichen Gesetze zuwider, zusammengescharrt haben? Denn man nimmt doch einem Diebe nach den irdischen Gesetzen, sobald man ihn ertappt, seine gestohlenen Sachen weg. Sollte man denn nicht umso mehr das Recht haben, den allerbarsten Dieben und Räubern gegenüber dem göttlichen Gesetze ihre zusammengeraubten Reichtümer wegzunehmen und sie unter die Bedürftigen zu verteilen?
[GS 2.84.2] Nach dem Verstandesschlusse könnte man gegen diese Forderung gerade nichts einwenden; aber der rechte Mensch hat noch höhere Kräfte in sich als seinen Verstand. Was werden aber diese zu dieser Verstandesbilligung sagen?
[GS 2.84.3] Fragen wir unsere Nächstenliebe und unsere Gottesliebe. Was spricht sie in ihrem inwendigsten, ewig lebendigen Geiste aus Gott? Sie spricht nichts anderes, als was der Herr Selbst gesprochen hat, nämlich: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt!“ – Und wer sein äußeres Leben liebt, der wird das innere verlieren; wer aber sein äußeres Leben flieht und gering achtet, der wird das innere behalten. Das spricht alsdann der innere Geist.
[GS 2.84.4] Wir sehen nirgends eine Aufforderung, daß wir uns über die Güter der Reichen hermachen sollen. Der Herr Selbst spricht: „Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist.“ So befiehlt Er auch nicht dem reichen Jünglinge, seine Güter zu verkaufen, sondern erteilt ihm nur den freundschaftlichen Rat nebst der Verheißung des ewigen Lebens.
[GS 2.84.5] Da wir sonach nirgends auf ein Gebot vom Herrn stoßen, durch welches Er ausdrücklich befohlen hätte, sich irgendwie des Reichtums der Wucherer zu bemächtigen, so liegt es auch sicher klar am Tage, daß ein wahrhaftiger Christenmensch nicht das Recht hat, sich über die Güter der Reichen herzumachen. – Selbst derjenige, der in der größten Not ist, hat vom Herrn aus kein irgend nachzuweisendes Recht, sich der Güter selbst eines barsten Diebes zu bemächtigen;
--------> wohl aber hat bei einem großen Notzustande ein ganzes Volk das Recht dazu.
[GS 2.84.6] Warum denn? Weil dann der Herr Selbst im Volke waltend auftritt und bewirkt dadurch für die nimmersatten Wucherer ein gerechtes Gericht. – Nur sollte sich da niemand, außer im höchsten Notfalle, erlauben, die Wucherer und die reichen Hartherzigen zu ermorden, sondern ihnen nur so viel von ihren höchst überflüssigen Schätzen wegzunehmen, als das Volk zu seiner Unterstützung nötigst bedarf, um sich wieder auf die Füße des friedlichen Erwerbes stellen zu können.
[GS 2.84.7] Dem reichen Wucherer aber solle noch immer so viel gelassen werden, daß er auf der Welt keine Not leide; denn das ist ja sein einziger Lohn für seine Arbeit. Der Herr aber will niemanden strafen, sondern jedermann nur belohnen nach der Art seiner Tätigkeit.
[GS 2.84.8] Da der Reiche und Wucherer aber nach diesem Erdenleben nichts mehr zu erwarten hat, da ist es ja recht und billig, daß er für sein Talent dort seinen Lohn findet, wo er gearbeitet hat.
[GS 2.84.9] Zudem will der Herr auch keinen Menschen auf dieser Welt völlig richten, damit da für einen jeden die Möglichkeit noch vorhanden bleibe, sich freiwillig von der Welt abzuwenden und zum Herrn zurückzukehren. Würde nun solch einem reichen Wucherer alles weggenommen werden, so erscheint er schon als völlig gerichtet; denn Verzweiflung wird sich seiner bemächtigen und eine endlose Zornwut, in der er unmöglich je den Weg des Heils betreten kann. Ist ihm aber noch ein genügendes Vermögen gelassen worden, so ist er fürs erste keiner irdischen Not ausgesetzt und erscheint auch nicht als völlig unbelohnt für sein Spartalent; fürs zweite aber kann er in diesem Zustande als nicht völlig gerichtet ja auch noch den Rat befolgen, den der Herr dem reichen Jünglinge gegeben hat, und kann dadurch zum ewigen Leben gelangen.
[GS 2.84.10] Am wenigsten aber sollen bei solchen äußersten Unternehmungen von seiten eines tiefverarmten Volkes blutige Grausamkeiten ausgeübt werden; denn sobald solches geschieht, da wirkt nicht mehr der Herr mit dem Volke und das Volk wird seine Tat nicht gesegnet sehen! Denn wenn es heute siegen wird, so wird es morgen wieder geschlagen, und da wird ein Blut wider das andere fließen! Nie soll der Mensch vergessen, daß alle Menschen seine Brüder sind. Was er unternimmt, das soll er stets mit einem liebeerfüllten Herzen unternehmen; niemandem soll er je etwas Böses tun wollen, sondern allezeit nur etwas Gutes, besonders im geistigen Teile zum ewigen Leben Wirkendes.
[GS 2.84.11] Ist so sein Sinn beschaffen, dann wird der Herr seine Handlung segnen, im Gegenteile aber verfluchen! Denn so der Herr Selbst niemandem ein ewig tödlicher Richter sein will, dem doch alle Gewalt im Himmel und auf Erden eigen ist, und Er niemanden zu fragen hat, was Er tun oder nicht tun soll, um so weniger soll ein Mensch auf der Erde etwas nach seinem argen Willen tun.
[GS 2.84.12] Wehe aber dem Volke, welches ohne die äußerste Notwendigkeit sich gegen die Reichen und Mächtigen erhebt! Das wird für seine Tat bitterst gezüchtigt werden; denn die Armut ist des Herrn. Wer den Herrn liebt, der liebt auch die Armut; der Reichtum und das Wohlleben aber ist der Welt und des Satans! Wer nach diesem trachtet, was der Welt ist, und es liebt, der hat sich vom Scheitel bis zur Zehe dem Satan einverleibt!
[GS 2.84.13] Solange also irgendein Volk sich des Tages nur einmal halbwegs sättigen und noch das Leben erhalten kann, so lange auch soll es sich nicht erheben. Wenn aber die Reichen und Wucherer beinahe alles an sich gerissen haben, so daß Tausenden von armen Menschen augenscheinlichst der Hungertod droht, dann ist es Zeit, sich zu erheben und die überflüssigen Güter der Reichen untereinander zu teilen; denn dann will es der Herr, daß die Reichen bis zu einem großen Teile für ihre schändliche Eigenliebe und Habsucht gezüchtigt werden sollen.
[GS 2.84.14] Zum Schlusse der Abhandlung über dieses Gebot dürfte vielleicht noch jemand fragen, ob die Zinsnahme für geliehene Kapitalien nicht gewisserart auch wider das siebente Gebot ist? Da sage ich: Wenn in einem Staate der Zinsfuß gesetzlich bestimmt ist, so ist es auch erlaubt, nach diesem Zinsfuße von den Reichen die Interessen zu nehmen; hat aber jemand einem Bedürftigen ein erforderliches Kapital geliehen, so soll er dafür keine Zinsen verlangen.
[GS 2.84.15] Hat sich dieser Notdürftige mit diesem Kapital insoweit geholfen, daß er sich nun in seiner Gewerbshantierung bürgerlich wohl befindet, so soll er darauf bedacht sein, das geliehene Kapital seinem Freunde wieder zurückzuerstatten. Will er aus Dankbarkeit die gesetzlichen Zinsen zahlen, so soll sie der Ausleiher nicht annehmen, wohl aber den Rückzahler erinnern, solche an seine ärmeren Brüder zu verabfolgen nach seiner Kraft.
[GS 2.84.16] Ganz Armen aber soll niemand ein Kapital leihen, sondern was einer ihnen gibt, das soll er ihnen ganz geben. Das ist in dieser Hinsicht der Wille des Herrn. Wer ihn befolgt, der wird des Herrn Liebe haben. – Da wir somit alles berührt haben, was dieses Gebot betrifft, so können wir uns sogleich in den achten Saal begeben, allda wir ein Gebot kennen lernen werden, das diesem siebenten in vieler Hinsicht gleichen wird. –
(aus "Geistige Sonne 2")
 
Wann ist ein Umsturz gerechtfertigt? [Folge 9]
Moses.
In Ägypten wurden die Hebräer versklavt und ungerecht behandelt.
Vergleichen wir nun, was biblisch geschah, und dass in dieser Serie lt. Gott empfohlen wurde, nicht einzeln, sondern nur gemeinsam eine Änderung nach dem Willen Gottes herbeizuführen, wenn die Zustände sehr übel geworden sind.
Relevant ist diesbezüglich, dass Moses zuerst alleine gegen eine Ungerechtigkeit vorging, was aber insgesamt keine guten Folgen hatte.
Wie war dann die Befreiung? Die versklavten Hebräer machten keinen Aufstand, sondern sie beklagten ihren Zustand und riefen Gott um Hilfe. Das heißt nicht, dass das jetzt alle Heilige waren, aber der beschriebene Zustand in dem eine Änderung fällig wird, war gegeben und Moses und Aaron wurden berufen, mit Gottes Hilfe ihrem Volk zu helfen.
Dabei hatte der ungerecht gewordene Machthaber noch die Chance, jene gehen zu lassen, welche Gott dienen wollten statt sie in seiner Macht halten zu wollen. Doch durch das Huldigen "unbarmherziger Götter" (nicht existent) samt daraus resultierendem Machthunger hatte das Verstocken seines Herzes zur Folge und dadurch kam es zu allerlei schlechten Folgen.
Letztlich hatte der Machthaber der Befreiung jener, die (im Großen und Ganzen) Gott huldigen wollten, nichts entgegenzusetzen.
Die biblischen Worte haben noch einen tiefen inneren Sinn, doch für das Verständnis, dass eine tiefgehene Änderung auch eine Hinwendung zu den göttlichen vorgegebenen Eigenschaften bedarf, und Gott nicht eigenwillige unweise Aktionen möchte, nur weil es Ungerechtigkeit gibt (die prinzipiell für die Reifung der Demut genutzt werden soll), sollte damit klarer geworden sein.
 
Wann ist ein Umsturz gerechtfertigt [Folge 10]
Babylon ist gefallen
Das ganz große Aufkommen des Bösen und der ganz große Umsturz ist (auch) in der Offenbarung Johannis beschrieben.
Es ist also keine Frage, ob die Herrschaft des Bösen durch Gottes Hilfe endet, sondern es ist ein ganz klarer geistiger Zusammenhang gegeben, dass es so ist.
Nur ist auch wieder hier ein so großes Zulassen des Bösen nötig, bis die Menschen demütig werden und Gott suchen und das Maß des Bösen voll ist.
Das hat den Sinn, dass viele Abgefallene bemerken, dass es ohne diese demütige Hinwendung zu Gott keine wahre Hilfe gibt.
All dieser Humanismus ohne Gott, das angeblich Soziale ohne Gott, die Gleichmacherei, Befreiungsideologie, Marxismus, Faschismus, und was es alles für angeblich gute Lösungen gäbe, sind alle eigenwillig besserwisserisch und die Menschen luziferisch behandelnd wie die Sims in einem Computerspiel. Außerdem sollen sie ja garnicht befreit werden, sondern das wird ja nur vorgegeben.
Tatsächlich ist das Luziferische so, dass alle Menschen für die Zwecke der Machthaber ausgenutzt werden sollen, von Kinderopfer bis zur totalen Kontrolle.
Dieses scheinbar kluge Babylon ist aber eben nicht himmlisch und deshalb ist es jenseitig bereits gefallen, was heißt, es bekommt keine Unterstützung von Gott, diese luziferischen Besserwisser sind von der Quelle abgeschnitten.
Was also nun noch passiert, ist die äußerliche Auswirkung, dass sie so viel an sich saugen, wie nur geht, bis letztlich doch nichts mehr für sie geht.
Für die Menschen ist es hingegen wichtig, sich dem wahren Retter zuzuwenden, sich zu bemühen, sich innerlich zu ändern statt schon zu früh die äußerlichen Änderungen haben zu wollen, und damit demütig und reif für die große Hilfe zu werden. Und dabei eben möglichst Vielen zu vergönnen, dass sie sich noch bekehren und ebenfalls innerlich ändern.
 
 
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