Ordnung aus dem Chaos - A-SITE

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Ordnung aus dem Chaos

Fragen zur Zeit > Vatikan und Einheitsreligion
Wie es mit der göttlichen Ordnung wirklich aussieht

6. Kapitel – Das magnetische Fluidum.

5. Juni 1841

[MO 6.1] Wenn ihr die Dinge vom Kleinsten bis zum Größten betrachtet, wie sie sind der Form und der Gediegenheit nach, einander mehr oder weniger ähnlich und auch mehr oder weniger von ein und derselben Beschaffenheit, so entdeckt ihr an ihnen das, was euch zuerst in die Augen fällt, – und dieses ist die Form. Nehmt ihr ein oder das andere Ding in die Hand, so wird euch das Gefühl alsbald bekanntgegeben, ob die betastete Sache mehr oder weniger gediegen ist. Nehmt ihr eine Sache um die andere in die Hand, wovon jede vom gleichen äußeren Umfange ist, so werdet ihr da noch einen dritten Unterschied erkennen, nämlich den des spezifischen Gewichtes. Wenn ihr aber nun die Festigkeit der Körper prüfet, so werdet ihr nicht selten finden, daß die weniger festen Körper spezifisch schwerer sind als die ganz festen. So z.B. ist ein gleiches Volumen flüssigen Silbers bei weitem schwerer als dasselbe Volumen des allerfestesten Eisenstahls, und dergleichen noch gar viele Beispiele.
[MO 6.2] Ja selbst Dinge von ein und derselben Art, wie z.B. das Wasser, sind sowohl unter sich, als auch unter ihren verschiedenen Temperaturzuständen bei gleichem Volumen gewichtuneins; so z.B. ist ein Tropfen Regenwasser leichter als ein Tropfen aus einem Brunnen oder aus irgendeiner anderen Quelle. So ist auch ein warmer Tropfen leichter als ein kalter, ein gefrorener Tropfen ebenfalls leichter als jeder andere Wassertropfen.
[MO 6.3] Dieselben Unterschiede könnt ihr in allen Dingen antreffen. Um zu erkennen, wie verschieden erst die Arten und Gattungen und ihre Abstufungen in jeder Hinsicht – sowohl der Form, der Gediegenheit, als auch der Festigkeit und Schwere nach – sind, da braucht ihr nur einen Blick auf all die Dinge zu richten, und sie werden euch ohne Verzug überlaut zurufen: „Sieh, Forscher, wie unendlich verschieden wir sind! Und doch beruht unser Sein auf ein und demselben Gesetze, und wir alle sind aus ein und demselben Stoffe! Und doch sind wir unter uns so, daß fast keines dem andern vollends gleicht, sowohl in der Form, Gediegenheit, Festigkeit und Schwere!“
[MO 6.4] Dieses jetzt Vorausgeschickte ist eine notwendige Einleitung, ohne welche ihr das Nachfolgende kaum begreifen würdet, weil ihr euch hier schon werdet gefallen lassen müssen – bevor wir noch zu der eigentlichen Erklärung des sogenannten „Magnetismus“ gelangen werden –, einige kleine Nüsse aus der Sphäre der Weisheit zu verschlingen, ohne welche für euer Verständnis die Sache unmöglich für alle Zeiten gründlich dargetan werden kann.
[MO 6.5] Um also von eurer Seite der Sache auf die Spur zu kommen, wie von Meiner Seite euch auf die rechte Spur zu leiten, ist es vor allem nötig, daß ihr einen Blick auf die endlose Vergangenheit werft.
[MO 6.6] Denkt euch jene Periode, in welcher im unendlichen Raume noch kein Wesen außer Mir weder geistig noch viel weniger materiell irgendein sich gegen ein anderes darstellendes Dasein hatte!
[MO 6.7] Woraus bestand da der endlose Raum, und wohin floß die Zeit, in welcher dieser endlose Raum ewig bestand?

[MO 6.8] Was war Mein Sein vor allem Sein, und wie ist alles Sein aus diesem einzigen Sein entstanden und hervorgegangen?

[MO 6.9] Was ist nun der Raum? 
Was im selben das Ursein Meiner Selbst? 
Und was das zeitgemäße Sein im endlosen Raume in Mir, aus Mir und neben Mir?
[MO 6.10] Seht, so äußerst schwierig diese Fragen, freilich nur aus der untersten Stufe Meiner Weisheit, in Hinsicht auf eine genügende Beantwortung zu sein scheinen, ebenso leicht aber auch sind sie im Anbetrachte der zu erklärenden Sache selbst.
[MO 6.11] Ein kleines Beispiel, von euch selbst abgenommen, soll euch diese Fragen erläuternd beantworten: 
  • Jemand von euch hätte irgendeinen Gedanken schon lange in sich herumgetragen; 
  • weil ihm dieser Gedanke gefällt, so gesellt er zu diesem Grundgedanken noch einen zweiten, nämlich den, ob sich der Grundgedanke nicht ins Werk setzen ließe. Dieser zweite Gedanke findet alsobald die Möglichkeit; 
  • aber zur Realisierung des Zweckes ist noch ein dritter Gedanke nötig, der zwar schon in den zwei ersten Gedanken enthalten ist, und dieser ist und besteht in nichts anderem als in dem einzigen Fragewörtchen „Wie?“. – 
Nun seht, diese drei Fragen sind gestellt, und eine beantwortet die andere; aber mit dieser gegenseitigen Beantwortung ist die Sache noch nicht fertig, ja auch nicht einmal angefangen. Daher treten diese drei Hauptgedanken in einem Rate zusammen und befragen sich um das wichtige „Warum?“. 
  • Und nach kurzer Beratung sagt der erste Grundgedanke: „Weil es etwas ist, das mir vollkommen ähnlich ist!“ 
  • Der zweite Gedanke sagt: Weil es eben aus dem Grunde ausführbar ist, weil der erste Gedanke dadurch mit sich selbst in keinem Widerspruche steht, so er sich, wie er ist, seiner selbst wegen manifestieren will!“ 
  • Und der dritte Gedanke sagt: „Weil in dem Grunde, der sich selbst manifestieren will, das Hauptmittel zur Realisierung liegt, und zwar aus dem Grunde, weil der Gedanke in seinem Fundamente sowohl mit sich selbst als auch mit allen seinen Teilen sich nirgends widerspricht!“
[MO 6.12] Nun seht, euer Gedanke wäre dieser, daß ihr möchtet auf irgendeinem Platze ein Haus erbauen. Werdet ihr euch nicht das Haus zuerst nach allen seinen Teilen in eurer Phantasie so vorstellen, wie ihr es gerade am liebsten haben möchtet? Wenn ihr nun das Haus in eurer Phantasie aufgebaut habt und habt recht viel Freude an diesem Phantasiegebäude, werdet ihr euch da nicht fragen, ob denn in allem Ernste euer Phantasiegebäude nicht in der Wirklichkeit auszuführen wäre? Und so ihr anders nicht ein Haus in der Luft erbauen wollet, wird euch der zweite Gedanke ja augenscheinlich die Möglichkeit der Realisierung eures Baugedankens zeigen; und somit wäret ihr in zwei Punkten aus dem Grunde einig, weil der erste Gedanke keinen Widerspruch in sich enthält und somit schon in sich selbst den zweiten bedingt.
[MO 6.13] Was jetzt folgt, ist das „Wie?“, d. h.: „durch welche Mittel?“. 
Das erste Hauptmittel ist die Möglichkeit selbst. 
Das zweite Mittel ist der mit der möglichen Realisierung des Ganzen verbundene Zweck; denn es kann niemand mit einer zu realisierenden Sache einen Zweck verbinden, bevor er nicht darüber im reinen ist, daß die Sache selbst möglich ausführbar ist. 
Das dritte Mittel ist nun das Material und die zur entsprechenden Gestaltung desselben genügende Kraft. 
Habt ihr nun dieses alles beisammen und seid ihr vollkommen Herr eures Platzes, was soll oder was könnte euch da wohl noch hindern, euren Hauptgedanken in die sichtbare Wirklichkeit übergehen zu lassen?
[MO 6.14] Nun sehet, in kurzer Zeit werdet ihr euren Gedanken vor euch bleibend erblicken, weil ihr alle Bedingungen zur Realisierung gefunden habt; denn ihr habt ja Material und habt bauende Kräfte und habt Vermögen.
[MO 6.15] Aber wenn ihr zurücksehet auf Mich, als den ewigen, großen Hauptgedankenträger und unübertrefflichen Großbaumeister, der den unendlichen Raum mit zahllosen, überaus großen und kunstvollen Gebäuden angefüllt hat, so werdet ihr euch doch im Vorübergehen ein wenig fragen müssen: „Woher hat denn der große Baumeister aller dieser zahllosen großen Dinge das Material genommen?
[MO 6.16] Wenn ihr euch an die Weltgelehrten wendet, welche wirklich sehr pfiffig sind, die werden es euch mit der größten Leichtigkeit an den Fingern herzählen, und es werden einige sagen, 
die Materie sei ebenso alt als Ich Selbst und somit ewig. – Nun seht, da haben wir ja ein leichtes Stück Arbeit und können bauen nach Belieben! Der einzige unerklärliche Umstand wäre dabei nur dieser, wie Ich es da mit dieser ungeheuren, ewigen Vorratskammer der Materie angefangen habe, um bis auf die gegenwärtige Zeit zahllose Dinge herauszudrechseln, und wann Ich eigentlich angefangen habe, daß Ich bis auf die gegenwärtige Zeit mit der Unendlichkeit fertig geworden bin. Setzt nicht jedes Ding einen Anfang voraus?
[MO 6.17] Fragt euch aber so ein wenig nur, ob, so ihr ein Ding nach dem andern rechnet, die unendliche Zahl auch einen Anfang hat!? Das aber besagt ebensoviel, als daß Ich nie etwas zu erschaffen angefangen habe; wenn es aber also wäre, was und woher wären denn hernach die Sonnen, Welten und all die andern zahllosen Dinge, an deren Dasein ihr doch sicherlich nicht zweifeln werdet?!
[MO 6.18] Seht, diesem Pfiffikus von einem Wegweiser werden wir nicht folgen können, weil sein erster Grundgedanke voll Widerspruchs ist, und somit der zweite und dritte von selbst hinwegfällt.
[MO 6.19] Ein anderer aber sagt, Ich habe mit einem Worte das ewige Chaos zurechtgebracht und habe aus ihm geformt und geordnet alle Dinge. – Es muß euch auf den ersten Blick die vollkommene Ähnlichkeit zwischen der ersten und der zweiten Behauptung auffallen; denn was wäre das Chaos anderes als eine schon ewig vorhanden gewesene Materie, vermöge welcher Ich kein Schöpfer, sondern ein barer Handwerker hätte sein müssen! Und wie reimt sich auf der anderen Seite ein ewiges Chaos und Meine ewige Ordnung nebeneinander? – Aber vielleicht weiß noch irgendein dritter einen klugen Ausweg?
[MO 6.20] Gebt nur acht, wir haben schon wieder einen, der da behauptet, Ich und die Materie seien ein und dasselbe! – Diese Behauptung hätte gerade eben keinen Ungrund; nur eines dürfte dabei auch etwas schwer einleuchtend werden – und das zwar insofern, als ihr Mich nur als einen Geist voll Kraft, Macht und Leben erkennt, der in Sich durchaus in der allergrößten Freiheit ist und auch sein muß, da ihr als seine Geschöpfe schon frei seid und noch unendlich freier werden könnt! –, wie denn dieser allerhöchst freie Geist voll Kraft und Leben Sich in zahllosen leb- und kraftlosen Steinen und anderer toten Materie als Solcher Sich manifestierend befinden mag!? Wahrlich, wer solches einleuchtend erweisen könnte, der müßte noch eine viel unendlichere Weisheit besitzen als Ich Selbst! Allein von einer solchen Überflügelung werdet ihr wohl für die ganze Ewigkeit nichts zu befürchten haben, und zwar aus dem Grunde, weil die Weisheit aller zahllosen vollkommensten Engelsgeister gegen die Meinige sich gerade so verhält wie ein unendlich kleines Atom gegen den unendlich großen Raum, dessen Anfang und dessen Ende nirgends ist!
[MO 6.21] Ich brauche euch nicht noch mehrere superkluge Wegweiser anzuführen; denn da ist einer gegen den andern nicht um ein Haar klüger. Aber weil die Dinge doch da sind, wie ihr sie seht, Ich aber und die Dinge nicht eins sind, sondern da Ich bin, wie Ich bin als Gott von Ewigkeit, und die Dinge sind, wie Ich sie aus Mir, in Mir und dann neben Mir erschaffen habe, so wird es etwa doch der Mühe wert sein, zu erfahren, wie solche Dinge denn aus Mir, in Mir und neben Mir erschaffen worden sind.
[MO 6.22] Nun höret denn! Könnt ihr euch nicht verschiedenes wohlgeordnetes Gutes und daher Zweckdienliches denken? O ja, das könnt ihr allerdings; nur weil ihr selbst endlich und unmöglich gleich Mir unendlich sein könnt, so sind auch eure Gedanken, wie ihr selbst, der endlichen Zahl untertan. Meine Gedanken aber sind in ein und demselben Augenblicke in größter Klarheit, wie Ich Selbst Meinem Gottwesen nach. So Ich nun will, daß Meine Gedanken bleiben, so ist auch das Werk schon fertig; und demnach sind alle die euch sichtbaren Werke, wie ihr selbst, weder Materie, noch geformtes Chaos, noch Gott in der Materie, sondern sie sind festgehaltene Gedanken von Mir.
[MO 6.23] Nun, sind also diese Meine gehaltenen Gedanken nicht aus Mir, in Mir und neben Mir? Aus Mir, weil sogar ihr aus niemand anderem als aus euch selbst denken könnet; um wieviel weniger erst Ich, da es außer Mir keinen zweiten Gott gibt, aus dem Ich Gedanken holen könnte! Daß diese Gedanken daher auch in Mir sind und unmöglich in irgend jemand anderem sein können, bedarf keines Beweises. Daß aber diese Werkgedanken, obschon sie aus und in Mir sind, aber doch neben Mir bestehen, werdet ihr daraus hoffentlich überaus klar entnehmen können, daß ihr doch schon bei euren Gedanken sagen müßt, daß ihr und der Gedanke nicht ein und dasselbe seid, – aus welchem Grunde denn um so mehr Meine Gedanken nicht Ich, sondern nur Meine Gedanken sind!
[MO 6.24] Was aber nicht Ich ist, das ist aus dem Ich, und weil es nicht dasselbe, sondern nur von demselben Hervorgebrachtes ist, also ist es auch im selben neben demselben. Ihr müsset euch das „neben“ hier nicht so vorstellen wie ein Baum neben dem andern, welches sehr unrichtig ist, da ein Baum eigentlich nur außer dem andern ist. Also ist es nicht bei dem Denker und dessen Gedanken, da der Denker der Schöpfer des Gedankens ist, d.h. da er aus seinen ihm innewohnenden Fähigkeiten und den diesen entsprechenden Vollkommenheiten eine zweckmäßige, ordnungsmäßig geformte Idee schöpft und somit er, als der tätige Schöpfer, und die aus ihm geschöpfte Idee nicht ein und dasselbe sind, sondern sie sind wie der Hervorbringer und das Hervorgebrachte, und daher nebeneinander. – Wenn ihr darüber nur ein wenig nachdenkt, so werdet ihr dieses Wenige der Weisheit, insoweit es zu dem vorliegenden Zwecke nötig ist, ja wohl leicht fassen.
[MO 6.25] Da wir nun alles Nötige vorausgeschickt haben, so wollen wir denn nun auch mit einem Hieb den gordischen Knoten des Magnetismus auflösen! Was ist also der Magnetismus? – Höret, und dann auch ein wenig – staunet! Der Magnetismus oder vielmehr das magnetische Fluidum ist in allem Ernste nichts anderes als Mein eigener, Meine Gedanken fortwährend erhaltender und leitender Wille; denn er erhält und leitet die ganze Schöpfung und erhält jedem euch sichtbaren Wesen seine Form und seine ordnungsmäßige Regsamkeit. Ihr selbst seid eurem formellen Wesen nach ihm für alle ewigen Zeiten untertan, und wäret ihr es nicht, so wäret ihr auch nichts, gleich den Gedanken, die noch nie gedacht worden sind! Aber in euch ist mehr als bloß Mein unendlich allwirkender Wille; 

und dieses Mehr ist, daß ihr Meine Lieblingsgedanken seid. Daher geht auch Meine Liebe, welche Mein eigenes Grundleben ist, in euch über und bildet euch gleich Mir zu selbständigen Wesen, welche, insoweit sie meine Liebe – vermöge des ihnen voraus erteilten freien Willens – aufnehmen, auch dadurch zu dem vollkommensten, eigentümlichen Besitze der vollsten Freiheit durch ebendiese Meine Liebe in ihnen gelangen können.

[MO 6.26] Ihr wißt, daß zum sogenannten Magnetisieren ein fester Wille in der überzeugenden Kraft des Glaubens erforderlich ist, um jemandem auf diese Art zu helfen. Seht, da geschieht eigentlich nichts anderes, als daß der Magnetiseur entweder bewußt oder auch zum Teile unbewußt seine Willenskraft mit der Meinigen in Verbindung setzt und dann dieselbe durch die Tätigkeitsrepräsentanten seines eigenen Willens auf den Leidenden überströmen läßt, wodurch dann der Leidende gediegener, nach und nach fester und dadurch auch gesünder oder isoliert natürlich schwerer wird. – Seht, da habt ihr im Grunde schon alles!
[MO 6.27] Diese Meine Willenskraft ist dasjenige große Band, das alle Weltkörper aneinander bindet und sie alle um- und durcheinander trägt. 
Sie ist positiv, da sie tätig wirkt, negativ in der eigenen unwandelbaren Selbsterhaltung, welche aber ist die ewige Ordnung selbst, – gleich als wenn ihr sagt: „Bis hierher und nicht weiter!“ Das „Bis hierher” ist das Gesetz der ewig fortwährenden Wirkung, und „Nicht weiter“ ist der negative Pol oder das erhaltende Gesetz der ewigen Ordnung.
[MO 6.28] Und so ist eben dieser Mein also polarisierter Wille zugleich der Grundstoff aller Dinge, mögen sie wie immer beschaffen sein; ob sie groß, klein, gediegen, hart, weich, schwer oder leicht sind, so sind sie also nichts als Meine allerweisesten Gedanken und haben ihr körperliches, sichtbares Dasein durch die euch bekanntgegebene Polarisation Meines ewigen Willens.
[MO 6.29] Nun habt ihr alles! So ihr darüber nachdenken wollt, werden euch alle Erscheinungen sonnenklar werden! Aber alle weltlichen Erklärungen müßt ihr euch rein aus dem Sinne schlagen; denn wahrlich sage Ich euch: sie sind der Wahrheit ferner denn ein Schöpfungspol dem andern. Das sage Ich euch als der alleinige Urbesitzer des allerkräftigsten Magnetismus. Amen. Begreifet es wohl! Amen.
 
The trick of creating chaos and then seizing power under the pretense of putting things back in order is a tried and true method of deception and manipulation. It's the meaning behind the Latin motto: ORDO AB CHAO meaning ORDER OUT OF CHAOS.

The jesuits create "dis order" so the people will demand "order". The price of "order" always entails a handing over of control and loss of freedom on the part of the citizenry. Out of "chaos" comes "order" - THEIR order - their new WORLD order.

It's also referred to as the Hegelian Dialect  after the philosopher Georg Hegel who wrote about its effectiveness. He described it as: THESIS -- ANTI-THESIS -- SYN-THESIS.

Others have described it as: PROBLEM -- REACTION -- SOLUTION in that firstly you create  the problem; then secondly you fan the flames  to get a reaction; then thirdly you provide  a solution. The solution is what you were wanting to achieve in the first place, but wouldn't have been able to achieve under normal circumstances.



There are literally HUNDREDS of examples of this method being used effectively throughout the course of history. A well-known example is the bombing of Pearl Harbor which resulted in the United States entering the Second World War. Chaos was required and so chaos was created. That's how it works. 
 
Ordo ab Chao
von Alfried Lehner für TAU

Ordo ab Chao[1]
Das längliche Viereck
Die rituellen Arbeiten der Freimaurer finden in der eigent­lichen Loge, dem Tempel, statt. Mit diesem Raum verbinden sich in den meisten Lehrarten zwei verschiedene Vorstellun­gen: Zum einen sieht man darin die Bauhütte (das ist die wörtliche Übersetzung des englischen Wortes lodge), also den Versammlungsraum und die Werkstatt der Maurer. In diesem Sinne begeben wir uns, wenn wir in den Tempel gehen, auf die Baustelle des Tempels der Humanität. Zum andern wird die Loge auch als heiliger Raum gedeutet und wird dann zum Tem­pel im kulti­schen Sinn. Die erste Bedeutung bedarf keiner Erläuterung. Sie folgt der Bauhüttentradition der Freimaure­rei. Die Bezeichnung heiliger Raumwird von manchen Freimau­rern als überzogen empfunden. Wir wollen den Zusammenhängen nachgehen:
„Welche Gestalt hat die Loge? – Die eines rechtwinkligen länglichen Vierecks von Osten bis Westen, zwischen Süden und Norden, von der Erde bis zum Himmel und von der Oberfläche des Erdbodens bis zum Mittelpunkt.“[2]
Diese Frage und Antwort stammen aus dem Lehrlingskatechismus Friedrich Ludwig Schröders (1816). Die früheste uns bekannte Quelle für diese Beschreibung der Loge ist die Verräter­schrift aus dem Jahre 1760 mit dem Titel Three Distinct Knocks (Drei bestimmte Schläge).[3] Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurde die Loge, so möchte man meinen, als Ort kultischen Ge­schehens verstanden; denn wir lesen bei Mircea Eliade:[4]
„Der Ruf des Kwakiutl-Neophyten: ,Ich bin im Zentrum der Welt‘, enthüllt eine der tief­sten Bedeutungen des heiligen Raums. Wo eine Hierophanie zur Durchbrechung der Ebenen geführt hat, ist zugleich eine ,Öffnung‘ nach oben (in die göttliche Welt) oder nach unten (zu den unteren Regionen, der Welt der Toten) entstanden. Die drei kosmi­schen Ebenen – Erde, Himmel, untere Regionen – sind miteinander in Verbindung ge­setzt.“
Ob diese Kriterien auch für die freimaurerische Tempelarbeit zutreffen, werden wir im folgen­den untersuchen. Interessant ist aber, daß bereits die Schöpfer jenes im Jahre 1760 ver­öffent­lichten Katechismus diese Zusammenhänge nicht mehr gesehen haben; denn der Text wird fortgesetzt:
„Warum sagt man, daß Ihre Loge von der Oberfläche der Erde bis zu ihrem Mittelpunkt reicht? – Weil die Maure­rei allumfassend ist. – Warum erstreckt sich Ihre Loge von Ost nach West? – Weil alle Kirchen und Kapellen so ausgerichtet sind; oder sein sollten. – Warum das, mein Bruder? – Weil das Evangelium zuerst im Osten gepredigt wurde und sich nach Westen ausgebreitet hat.“[5]
Diese Antworten sind doch sehr vordergründig und werden den Fragen keinesfalls gerecht. Schon in der jüngeren Steinzeit wurden Kult- und Grabstätten nach Osten ausgerichtet. Gehen wir den Zusammenhängen auf den Grund:
Das rechtwinklige längliche Viereck ist ein uraltes Sym­bol für die Erde, das bereits dem älte­sten Buch der Mensch­heitsgeschichte, dem chinesischen I Ging (Buch der Wandlun­gen) zu­grunde liegt. Ein Kommentar erläutert eines der dort aufgezeichneten Ur­prinzipien: „Der Him­mel hat als Symbol den Kreis, die Erde das rechtwinklige Quadrat. Somit ist das Recht­winklige eine ursprüngliche Eigenschaft der Erde.“6 Im unmittelbaren Zusammenhang damit muß die Symbolik des Weltschöpferpaares im alten China gesehen werden, das mit dem Zirkel (Schöpfung des Himmels) und dem Winkelmaß (Schöp­fung der Erde) in den Händen darge­stellt wurde.7
Die Vierheit als Symbol des Irdischen mag durch die Auf­fassung von den vier Elementen Was­ser, Feuer, Luft und Erde beeinflußt sein, die indirekt bereits im Buch der Wandlungen zu erken­nen ist und spätestens seit dem griechischen Philo­sophen Empedokles (490–430 v. Chr.) zum festen Bestandteil der Weltsicht der Antike gehört. Auch die vier Himmelsrich­tungen spie­len hier eine Rolle, die durch den Sonnenlauf zum Abbild der Welt und des menschlichen Le­bens wer­den. Ost und West verkörpern Geburt und Tod; der Süden ist das Reich des Lichtes – das Leben auf seinem Höhepunkt –, während der Norden das Reich des Todes – die Unterwelt – symboli­siert. Wir sehen also: Eng mit der Form des Vierecks ist das kosmische Geschehen verbunden.
Innerhalb des länglichen Vierecks vollzieht sich nun ein „Spiel“, das seine eigenen festen Re­geln hat, denen sich der einzelne unterordnen muß; er muß „mitspielen“, sonst ver­dirbt er das Spiel. Ja, das Spiel hat sogar seine eigene Zeit: es vollzieht sich von Hochmittag bis Hochmit­ter­nacht. Wenn hier von Spiel gesprochen wird, so ist das keine Abwer­tung des Geschehens im Tempel. Der niederländische Kultur­historiker Johan Huizinga hat dem Wesen des Spiels ein gan­zes Buch mit dem Titel Homo ludens gewidmet. Wer sein Ver­ständnis von dem, was Ritual ist, vertiefen will, dem ist dieses Werk dringend zu empfehlen. Die Merkmale, die nach Huizin­ga das Spiel ausmachen, treffen in verblüffender Weise auf unsere Tempelarbeiten zu. Es sollen hier nur wenige angesprochen werden:
Da ist der abgeschlossene Raum,
„der materiell oder nur ideell, absichtlich oder wie selbstverständlich im voraus abge­steckt worden ist. Wie der Form nach kein Unterschied zwischen einem Spiel und einer geweihten Handlung besteht, d.h. wie die heilige Handlung sich in denselben Formen wie ein Spiel bewegt, so ist auch der geweihte Platz formell nicht von einem Spielplatz zu un­terscheiden. Die Arena, der Spieltisch, der Zauberkreis, der Tempel, die Bühne, die Filmlein­wand, der Gerichtshof, sie sind allesamt der Form und Funktion nach Spielplät­ze, d.h. geweihter Boden, abge­sondertes, umzäuntes, geheiligtes Gebiet, in dem beson­dere Regeln gelten. Sie sind zeitweilige Welten inner­halb der gewöhnlichen Welt, die zur Ausführung einer in sich abgeschlossenen Handlung dienen.“8
Huizinga geht dann auf die ausschlaggebende Rolle der Ord­nung im Spiel ein. Das Spiel „schafft Ordnung, ja es ist Ordnung“. Das Ordnungsprinzip begegnet uns in den Tempelar­bei­ten allent­halben: Das beginnt mit dem vorgeschriebenen Anzug, setzt sich fort mit der Auffor­derung des Zeremonien­meisters, sich „schweigend“ vorzubereiten, zeigt sich bei der Annähe­rung an den Tempel „in geordnetem Zuge“ sowie bei dessen Betreten mit besonderen Schrit­ten; dann finden wir es im Schreiten nach dem Sonnenlauf und weiter von der Sitzord­nung über das Schweigege­bot und den festgelegten Anredefor­men bis zu dem Ruf des Meisters: „In Ordnung, meine Brü­der!“
„Das Spiel fordert unbedingte Ordnung. Die geringste Abweichung von ihr verdirbt das Spiel, nimmt ihm seinen Charakter und macht es wertlos.“
Hier spricht der Fachmann, der nicht die Freimaurerei im Auge hat, sondern das Wesen des Spiels, auf dem auch unsere Tempelarbeiten aufbauen. Eine allzu großzügige Handhabung der äußeren Formen unseres Rituals verdirbt es als Ganzes!
Die Bekleidung ist dabei nichts Unwesentliches, sondern gehört zu diesem Ganzen dazu:
„Das Anderssein und das Geheime des Spiels finden sicht­barsten Ausdruck in der Ver­mummung. In dieser wird ,das Außergewöhnliche‘ des Spiels vollkommen. Der Verklei­de­te oder Maskierte ,spielt‘ ein anderes Wesen. Er ,ist‘ ein anderes Wesen. Kinder­schreck, ausgelassene Lustigkeit, heiliger Ritus und mystische Phantasie gehen in allem, was Maske und Verkleidung heißt, unauflösbar durcheinan­der.“9
In dem Freimaurermagazin humanität wurde in einem Leserbrief einmal unsere maurerische Be­kleidung als „lächerliche Kostü­mierung“ bezeichnet. Der Verfasser hat den Bezug zum Wesen des Spiels völlig verloren. Auch die Tendenz, den festlichen Anzug bei den Tempelarbeiten ab­zuschaffen, gehört hierher. Die ohnehin großzügige Anzugsordnung in unseren Richt­linien für die Anwendung freimaurerischen Brauchtums: „Dunkler Anzug mit weißem Binder, weißer oder schwarzer Schleife nach jeweiligem Logenbrauch.“ ist manchen Brüdern schon zuviel. Und damit nicht genug: Es gibt Logen, in denen vor Beginn der Arbeit die Schurze aus einem Pappkarton „gefaßt“ werden. Man trägt sie dann über Pullover, Jeans und Turnschuhen. Die weißen Handschuhe sind dort vergessen. Hier trifft die Aus­sage von der lächerlichen Ko­stümie­rung zu. Die Betroffenen berufen sich gern auf dieses oder jenes Ausland, wo solche Bräuche zu Hause seien. Dazu kann man nur ganz klar fest­stellen, daß ein solches Verhalten dem Ritualver­ständnis der Lehrart der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutsch­land gröblich widerspricht.
Zur Herkunft und symbolischen Bedeutung und der freimau­rerischen Bekleidung ist viel ge­schrieben worden.10 Das soll hier nicht wiederholt werden. Die festliche Bekleidung hat nicht nur alte freimaurerische Tradition,11 sie ent­spricht auch der Gepflogenheit unseres Kulturkrei­ses. Wer in „Freizeitkleidung“ eine festliche Versammlung betritt, stört die Empfindungen ande­rer Teil­nehmer. Ganz abgesehen davon widerspricht es der freimaurerischen Geisteshaltung, Richt­linien zu ignorieren, welche die Großloge auf demokratischem Wege verabschiedet hat.
Ein weiteres Ergebnis der Forschungsarbeit Huizingas zum Spiel ist bemerkenswert: „In die un­vollkommene Welt und in das verworrene Leben bringt es eine zeitweilige, begrenzte Vollkom­menheit.“12 Wenn der Meister vom Stuhl Winkelmaß und Zirkel feierlich zusammenfügt, wird die Trennung von oben und unten, von göttlichem und irdischem Bauen aufgeho­ben; die Un­vollkommenheit ist überwunden. Auch die Sitzord­nung der Ritualbeamten im Hexagramm be­zeugen dies: Das irdi­sche, nach Westen weisende Dreieck – Sekretär, Redner, Zere­monienmei­ster – wird durch das geistige, nach Osten zeigen­de, der hammerführenden Meister ergänzt.
Huizinga befaßt sich im Zusammenhang mit dem Spiel ausführ­lich mit dem Kult, der sich in den­selben Formen ab-„spielt“, und er hebt dabei hervor, daß sich hier eine „Übertragung der Wirk­lichkeit in eine höhere Ordnung“13 vollzieht. An zahlreichen Beispielen im Kult archai­scher Kulturen belegt der Forscher, daß es sich um „mehr als eine Scheinverwirkli­chung, mehr auch als eine symbolische“, sondern um eine „my­stische Verwirklichung“ der höheren Ord­nung handelt. Die heilige Handlung „stellt ein kosmisches Geschehen dar, aber nicht bloß als Reprä­sentation, sondern als Identifikation; sie wiederholt das Geschehene.“
Schließen wir diese Betrachtung mit einer bemerkenswerten Feststellung Huizingas ab:
„Die Rennbahn, der Tennisplatz, das aufs Pflaster ge­zeichnete Feld für das Kinderspiel von Himmel und Hölle und das Schachbrett unterscheiden sich formell nicht vom Tem­pel oder vom Zauberzirkel.“14
Aus dieser Erkenntnis heraus dürfte die Bezeichnung des Freimaurertempels als heiliger Raum zulässig sein.
Die Weltschöpfung
Wolfgang Scherpe beschreibt in seinem Buch Das Unbekannte im Ritual den schönen Brauch, daß der Meister vom Stuhl den für die Loge bestimmten Raum allein betritt, zum „Westrand des mittleren Vierecks (wo später der Teppich liegt)“ schreitet und sich dort vor der Mitte ver­neigt. Das ist der „Punkt, der aus der Senkrechten, der Weltenachse, und der Waagerech­ten, der Lo­genachse gebildet wird. Der Schnittpunkt dieser beiden Geraden wird der Mittelpunkt der neuen ,Kosmologie‘ sein.“15Wir können also sagen: Wenn der Meister den Tem­pel vor Beginn der Arbeit betritt, ist dieser Raum mit dem Chaos in des Wortes ursprünglicher Bedeu­tung zu verglei­chen.16 Wo aber Ritual geschieht, dort ist der Mittelpunkt der Welt.17 Dieser muß also erst geschaffen werden. Das Weltganze wurde bei den Urvölkern wahrscheinlich weltweit als Welten­baum aufgefaßt, um den herum die Sonne durch den Tierkreis wandert.18 Der Weltenbaum trägt Himmel und Erde und wurzelt in der Unterwelt. Das ist das Bild der al­ten Katechismusfrage. „Welche Gestalt hat die Loge? – [...] von der Erde bis zum Himmel und von der Oberfläche des Erdbodens bis zum Mittelpunkt“ Diese kosmische Säule kann nur im „Zentrum des Univer­sums stehen, denn die ganze bewohnbare Welt erstreckt sich um sie herum.“19
Nun meditieren wir einfach einmal über die Kosmogonie weiter: Der Meister vom Stuhl schafft durch seine Verneigung die Weltenachse, die Mitte der Welt, und somit den ersten und entschei­denden Bezug einer Ordnung. Erst jetzt kann man von einem wirklichen Raum spre­chen, da eine Mitte vorhanden ist. Wenn er nun die Mitte zu umschreiten beginnt, um zu sei­nem Platz zu ge­langen, so entstehen damit die ersten kosmischen Kräfte: die Bewegungen um die Zentren der Gala­xien. Nun entzündet der Meister die erste Kerze auf seinem Tisch. Das Licht ist geschaffen, die Voraussetzung für die höchste Stufe der Schöpfung: das Leben. Noch ist es das Urlicht, das Licht als Urprinzip; nicht die Sonne. Wir kön­nen also noch nicht vom Osten sprechen. Noch ist es Nacht in der Mitte des Raumes. Erst wenn die Brüder den Tempel betre­ten haben, wenn es Menschen in dem neu geschaffenen Raum gibt, die dieses Licht sehen und lieben, werden diese erken­nen, das es täglich aus der gleichen Richtung aufersteht. Dann werden die Himmelsrichtun­gen geboren sein. Dies ist die tiefe esoterische Bedeutung des Ent­zündens der drei kleinen Lich­ter. Wo es aber Himmelsrichtungen gibt, dort ist auch die Erde, auf der sich die Menschen „orientieren“ d.h. wörtlich: nach Osten wenden können zum Auf­gang der Sonne, um sich zu­rechtzufinden. Erst wer den Sonnenaufgangspunkt gefunden hat, kann die vier Himmelsrichtun­gen bestimmen. So kommen wir immer wieder zurück zur Loge als einem kosmischen Raum. Umgekehrt ver­glich der stoische Philosoph Kleanthes aus Klein­asien im 3. Jahrhundert v. Chr. den Kosmos mit einer großen Mysterien­halle.20
Kosmos = Ordnung
Die ursprüngliche Bedeutung des griechischen Wortes Kosmos ist Einteilung, Ordnung, Regel­mäßigkeit. Erst Pythagoras (ca. 570–496 v. Chr.) soll es im Sinne von Weltordnung und geord­netes Weltall gebraucht haben. Der neu geschaffene kosmische Raum erfordert also die Her­stel­lung einer Ordnung, damit es Tag werden kann. Sie beginnt mit der Einführung der Beam­ten, die in einer festgelegten Ordnung Platz nehmen;21 sie setzt sich fort im Umschreiten der Mitte im Sonnenlauf und weiter in vielen rituellen Einzelheiten.
Daß bei der Einführung der Brüder ein Paßwort abverlangt wird, ist nichts Nebensächliches. Der ernste Charakter des „Spieles“ erfordert die Gewißheit, daß jeder Teilnehmer die Ordnung des Spiels, die Spielregeln, beherrscht. Er muß eingeweiht sein. Das Paßwort ist aber auch das ge­meinsame Geheimnis, das die Spielenden verbindet. Das hat nichts mit Geheimbündelei zu tun, die ihre Umtriebe verbergen muß, um dem Auge des Gesetzes zu entgehen. Hier geht es um das Ge­meinsame, um das Verbindende. Ein gemeinsames Geheimnis verbindet Liebende; jede Fami­lie hat gemeinsame Geheimnisse im weitesten Sinne, und um wieder auf das „Spiel“ zurückzu­kommen: das Geheimnis ist ein Wesensmerkmal des Spiels, wie Huizinga aufgezeigt hat.22 Dieses greift Goethe auf, wenn er dichtet: „Heil uns! Wir verbundne Brüder wissen doch, was keiner weiß;“23
Dieser Beitrag wurde dem Buch von Br. Alfried Lehner: Das wunderbare Wissen vom Wesen der Welt mit freundli­cher Genehmigung des Verlags Die Bauhütte entnommen.
Fußnoten
  1. Wahlspruch der Obersten Räte des freimaurerischen Sy­stems des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus. Wörtl.: Die Ordnung aus dem Chaos. Chaos, das eigent­lich griechische Wort für leerer Raum als das erste Vor­handeneist im Lateinischen erst in der Nachklassik und poetisch gebräuchlich. Dort dann auch unter der Be­deu­tung der gestaltlosen Urmasse, aus der die Welt durch Sonderung der Elemente geschaffen wurde. A chao (dasselbe wie ab chao) hat auch die Bedeutung seit der Schöpfung (Heinichen, S. 136). Ordo ab chao bedeutet al­so letztlich den Schöpfungsakt, der durch den Men­schen immer wieder von neuem hervorgerufen werden muß.
  2. Lehrgespräche I, S. 45
  3. Abgedruckt in: Brigadier Jackson: A.C.F. CVO, CBE: English Masonic Exposures 1760–1769 with full tran­scripts of „Three distinct Knocks“, 1760; „Jachin and Boaz“, 1762; „Shibboleth“, 1765 and Commentaries.
    Lewis Masonic, London 1986, S. 79: "What Form is your lodge? - An Oblong Square. - How long Brother? - From East to West. - How wide Brother? - Between North and South. - How high Brother? - From the Earth to the Heavens. - How deep Brother? - From the Surface of the Earth to the Center."
  4. Mircea Eliade: Das Heilige und das Profane. Vom Wesen des Religiösen. Insel Verlag Frankfurt am Main 1984, S. 36
  5. Übers. v. Verf. Der Text lautet im Original: "Why is your Lodge said to be from the Surface to the Center of the Earth? - Because that Masonry is Universal. - Why is your Lodge situated East and West? - Because all Churches and Chaples are; or ought to be so. - Why so Brother? - Because the Gospel was first preached in the East, and extended itself to the West." (Jackson, S. 40)
  6. I Ging. Das Buch der Wandlungen. Eugen Diederichs Verlag Düsseldorf/Köln 1956, S. 33. Es handelt sich um das Bild Nr. 2: Kun das Empfangende, die Erde. Das Buch der Wandlungen geht in seinen Anfängen bis auf das 7. Jahrtausend v. Chr. zurück.
  7. Wiedergegeben in: Erwin Burckhardt: Chinesische Steinabreibungen. Hirmer Verlag München 1961, Abb. 1. Eine ausführliche Behandlung dieser Symbole findet sich bei Lehner 1990, S. 36 f.
  8. Johan Huizinga: Homo ludens. Vom Ursprung der Kulturim Spiel. Rowohlt Taschenbuch Verlag Hamburg 1956, S. 18 f.
  9. Huizinga, S. 22
  10. Vgl. Wolfgang Scherpe: Das Unbekannte im Ritual. Eigenverlag Dr. Wolfgang Scherpe, Ferdinandstraße 2, 38118 Braunschweig 1978, S. 170 ff.; August Horneffer: Sinn und Wert unserer Symbole ("Blaue Reihe", Heft Nr. 1) Bauhütten Verlag Hamburg 1981 , S. 16 ff.
  11. Dies zeigen zahlreiche Stiche seit dem 18. Jh.
  12. Huizinga, S. 19
  13. Huizinga, S. 22 f.
  14. Huizinga, S. 29
  15. S. 106 f. Scherpe meint hier sicher "Kosmogonie" (Welt­schöpfung).
  16. Vgl. Anm. 1
  17. Vgl. Mircea Eliade: Die Sehnsucht nach dem Ursprung. Von den Quellen der Humanität. Europaverlag Wien 1973, S.171 f. sowie Eliade 1984, S. 36 ff.
  18. Vgl. Julius Schwabe: Archetyp und Tierkreis. Grundlinien einer kosmischen Symbolik und Mythologie. Gauke GmbH Verlag Hann. Münden 1987 im ganzen Werk (siehe Register)
  19. Eliade 1984, S. 36
  20. Erwähnt bei: Walter Burkert: Antike Mysterien. Verlah C. H. Beck München 1990, S. 75
  21. Wolfgang Scherpe (1978) hat die Tempelordnung mit ihren vielseitigen Auslegungsmöglichkeiten eingehend be­han­­delt (S. 107 ff.) Hier nur einzelne Schwerpunkte, um zusätzliche Sichtweisen aufzuzeigen.
  22. S. 21
  23. Aus dem Gedicht Verschwiegenheit
 
6. Kapitel – Das magnetische Fluidum.

5. Juni 1841

[MO 6.1] Wenn ihr die Dinge vom Kleinsten bis zum Größten betrachtet, wie sie sind der Form und der Gediegenheit nach, einander mehr oder weniger ähnlich und auch mehr oder weniger von ein und derselben Beschaffenheit, so entdeckt ihr an ihnen das, was euch zuerst in die Augen fällt, – und dieses ist die Form. Nehmt ihr ein oder das andere Ding in die Hand, so wird euch das Gefühl alsbald bekanntgegeben, ob die betastete Sache mehr oder weniger gediegen ist. Nehmt ihr eine Sache um die andere in die Hand, wovon jede vom gleichen äußeren Umfange ist, so werdet ihr da noch einen dritten Unterschied erkennen, nämlich den des spezifischen Gewichtes. Wenn ihr aber nun die Festigkeit der Körper prüfet, so werdet ihr nicht selten finden, daß die weniger festen Körper spezifisch schwerer sind als die ganz festen. So z.B. ist ein gleiches Volumen flüssigen Silbers bei weitem schwerer als dasselbe Volumen des allerfestesten Eisenstahls, und dergleichen noch gar viele Beispiele.
[MO 6.2] Ja selbst Dinge von ein und derselben Art, wie z.B. das Wasser, sind sowohl unter sich, als auch unter ihren verschiedenen Temperaturzuständen bei gleichem Volumen gewichtuneins; so z.B. ist ein Tropfen Regenwasser leichter als ein Tropfen aus einem Brunnen oder aus irgendeiner anderen Quelle. So ist auch ein warmer Tropfen leichter als ein kalter, ein gefrorener Tropfen ebenfalls leichter als jeder andere Wassertropfen.
[MO 6.3] Dieselben Unterschiede könnt ihr in allen Dingen antreffen. Um zu erkennen, wie verschieden erst die Arten und Gattungen und ihre Abstufungen in jeder Hinsicht – sowohl der Form, der Gediegenheit, als auch der Festigkeit und Schwere nach – sind, da braucht ihr nur einen Blick auf all die Dinge zu richten, und sie werden euch ohne Verzug überlaut zurufen: „Sieh, Forscher, wie unendlich verschieden wir sind! Und doch beruht unser Sein auf ein und demselben Gesetze, und wir alle sind aus ein und demselben Stoffe! Und doch sind wir unter uns so, daß fast keines dem andern vollends gleicht, sowohl in der Form, Gediegenheit, Festigkeit und Schwere!“
[MO 6.4] Dieses jetzt Vorausgeschickte ist eine notwendige Einleitung, ohne welche ihr das Nachfolgende kaum begreifen würdet, weil ihr euch hier schon werdet gefallen lassen müssen – bevor wir noch zu der eigentlichen Erklärung des sogenannten „Magnetismus“ gelangen werden –, einige kleine Nüsse aus der Sphäre der Weisheit zu verschlingen, ohne welche für euer Verständnis die Sache unmöglich für alle Zeiten gründlich dargetan werden kann.
[MO 6.5] Um also von eurer Seite der Sache auf die Spur zu kommen, wie von Meiner Seite euch auf die rechte Spur zu leiten, ist es vor allem nötig, daß ihr einen Blick auf die endlose Vergangenheit werft.
[MO 6.6] Denkt euch jene Periode, in welcher im unendlichen Raume noch kein Wesen außer Mir weder geistig noch viel weniger materiell irgendein sich gegen ein anderes darstellendes Dasein hatte!
[MO 6.7] Woraus bestand da der endlose Raum, und wohin floß die Zeit, in welcher dieser endlose Raum ewig bestand?

[MO 6.8] Was war Mein Sein vor allem Sein, und wie ist alles Sein aus diesem einzigen Sein entstanden und hervorgegangen?

[MO 6.9] Was ist nun der Raum? Was im selben das Ursein Meiner Selbst? Und was das zeitgemäße Sein im endlosen Raume in Mir, aus Mir und neben Mir?
[MO 6.10] Seht, so äußerst schwierig diese Fragen, freilich nur aus der untersten Stufe Meiner Weisheit, in Hinsicht auf eine genügende Beantwortung zu sein scheinen, ebenso leicht aber auch sind sie im Anbetrachte der zu erklärenden Sache selbst.
[MO 6.11] Ein kleines Beispiel, von euch selbst abgenommen, soll euch diese Fragen erläuternd beantworten: 
  • Jemand von euch hätte irgendeinen Gedanken schon lange in sich herumgetragen; 
  • weil ihm dieser Gedanke gefällt, so gesellt er zu diesem Grundgedanken noch einen zweiten, nämlich den, ob sich der Grundgedanke nicht ins Werk setzen ließe. Dieser zweite Gedanke findet alsobald die Möglichkeit; 
  • aber zur Realisierung des Zweckes ist noch ein dritter Gedanke nötig, der zwar schon in den zwei ersten Gedanken enthalten ist, und dieser ist und besteht in nichts anderem als in dem einzigen Fragewörtchen „Wie?“. – 
Nun seht, diese drei Fragen sind gestellt, und eine beantwortet die andere; aber mit dieser gegenseitigen Beantwortung ist die Sache noch nicht fertig, ja auch nicht einmal angefangen. Daher treten diese drei Hauptgedanken in einem Rate zusammen und befragen sich um das wichtige „Warum?“. 
  • Und nach kurzer Beratung sagt der erste Grundgedanke: „Weil es etwas ist, das mir vollkommen ähnlich ist!“ 
  • Der zweite Gedanke sagt: Weil es eben aus dem Grunde ausführbar ist, weil der erste Gedanke dadurch mit sich selbst in keinem Widerspruche steht, so er sich, wie er ist, seiner selbst wegen manifestieren will!“ 
  • Und der dritte Gedanke sagt: „Weil in dem Grunde, der sich selbst manifestieren will, das Hauptmittel zur Realisierung liegt, und zwar aus dem Grunde, weil der Gedanke in seinem Fundamente sowohl mit sich selbst als auch mit allen seinen Teilen sich nirgends widerspricht!“
[MO 6.12] Nun seht, euer Gedanke wäre dieser, daß ihr möchtet auf irgendeinem Platze ein Haus erbauen. Werdet ihr euch nicht das Haus zuerst nach allen seinen Teilen in eurer Phantasie so vorstellen, wie ihr es gerade am liebsten haben möchtet? Wenn ihr nun das Haus in eurer Phantasie aufgebaut habt und habt recht viel Freude an diesem Phantasiegebäude, werdet ihr euch da nicht fragen, ob denn in allem Ernste euer Phantasiegebäude nicht in der Wirklichkeit auszuführen wäre? Und so ihr anders nicht ein Haus in der Luft erbauen wollet, wird euch der zweite Gedanke ja augenscheinlich die Möglichkeit der Realisierung eures Baugedankens zeigen; und somit wäret ihr in zwei Punkten aus dem Grunde einig, weil der erste Gedanke keinen Widerspruch in sich enthält und somit schon in sich selbst den zweiten bedingt.
[MO 6.13] Was jetzt folgt, ist das „Wie?“, d. h.: „durch welche Mittel?“. Das erste Hauptmittel ist die Möglichkeit selbst. Das zweite Mittel ist der mit der möglichen Realisierung des Ganzen verbundene Zweck; denn es kann niemand mit einer zu realisierenden Sache einen Zweck verbinden, bevor er nicht darüber im reinen ist, daß die Sache selbst möglich ausführbar ist. Das dritte Mittel ist nun das Material und die zur entsprechenden Gestaltung desselben genügende Kraft. Habt ihr nun dieses alles beisammen und seid ihr vollkommen Herr eures Platzes, was soll oder was könnte euch da wohl noch hindern, euren Hauptgedanken in die sichtbare Wirklichkeit übergehen zu lassen?
[MO 6.14] Nun sehet, in kurzer Zeit werdet ihr euren Gedanken vor euch bleibend erblicken, weil ihr alle Bedingungen zur Realisierung gefunden habt; denn ihr habt ja Material und habt bauende Kräfte und habt Vermögen.
[MO 6.15] Aber wenn ihr zurücksehet auf Mich, als den ewigen, großen Hauptgedankenträger und unübertrefflichen Großbaumeister, der den unendlichen Raum mit zahllosen, überaus großen und kunstvollen Gebäuden angefüllt hat, so werdet ihr euch doch im Vorübergehen ein wenig fragen müssen: „Woher hat denn der große Baumeister aller dieser zahllosen großen Dinge das Material genommen?“
[MO 6.16] Wenn ihr euch an die Weltgelehrten wendet, welche wirklich sehr pfiffig sind, die werden es euch mit der größten Leichtigkeit an den Fingern herzählen, und es werden einige sagen, die Materie sei ebenso alt als Ich Selbst und somit ewig. – Nun seht, da haben wir ja ein leichtes Stück Arbeit und können bauen nach Belieben! Der einzige unerklärliche Umstand wäre dabei nur dieser, wie Ich es da mit dieser ungeheuren, ewigen Vorratskammer der Materie angefangen habe, um bis auf die gegenwärtige Zeit zahllose Dinge herauszudrechseln, und wann Ich eigentlich angefangen habe, daß Ich bis auf die gegenwärtige Zeit mit der Unendlichkeit fertig geworden bin. Setzt nicht jedes Ding einen Anfang voraus?
[MO 6.17] Fragt euch aber so ein wenig nur, ob, so ihr ein Ding nach dem andern rechnet, die unendliche Zahl auch einen Anfang hat!? Das aber besagt ebensoviel, als daß Ich nie etwas zu erschaffen angefangen habe; wenn es aber also wäre, was und woher wären denn hernach die Sonnen, Welten und all die andern zahllosen Dinge, an deren Dasein ihr doch sicherlich nicht zweifeln werdet?!
[MO 6.18] Seht, diesem Pfiffikus von einem Wegweiser werden wir nicht folgen können, weil sein erster Grundgedanke voll Widerspruchs ist, und somit der zweite und dritte von selbst hinwegfällt.
[MO 6.19] Ein anderer aber sagt, Ich habe mit einem Worte das ewige Chaos zurechtgebracht und habe aus ihm geformt und geordnet alle Dinge. – Es muß euch auf den ersten Blick die vollkommene Ähnlichkeit zwischen der ersten und der zweiten Behauptung auffallen; denn was wäre das Chaos anderes als eine schon ewig vorhanden gewesene Materie, vermöge welcher Ich kein Schöpfer, sondern ein barer Handwerker hätte sein müssen! Und wie reimt sich auf der anderen Seite ein ewiges Chaos und Meine ewige Ordnung nebeneinander? – Aber vielleicht weiß noch irgendein dritter einen klugen Ausweg?
[MO 6.20] Gebt nur acht, wir haben schon wieder einen, der da behauptet, Ich und die Materie seien ein und dasselbe! – Diese Behauptung hätte gerade eben keinen Ungrund; nur eines dürfte dabei auch etwas schwer einleuchtend werden – und das zwar insofern, als ihr Mich nur als einen Geist voll Kraft, Macht und Leben erkennt, der in Sich durchaus in der allergrößten Freiheit ist und auch sein muß, da ihr als seine Geschöpfe schon frei seid und noch unendlich freier werden könnt! –, wie denn dieser allerhöchst freie Geist voll Kraft und Leben Sich in zahllosen leb- und kraftlosen Steinen und anderer toten Materie als Solcher Sich manifestierend befinden mag!? Wahrlich, wer solches einleuchtend erweisen könnte, der müßte noch eine viel unendlichere Weisheit besitzen als Ich Selbst! Allein von einer solchen Überflügelung werdet ihr wohl für die ganze Ewigkeit nichts zu befürchten haben, und zwar aus dem Grunde, weil die Weisheit aller zahllosen vollkommensten Engelsgeister gegen die Meinige sich gerade so verhält wie ein unendlich kleines Atom gegen den unendlich großen Raum, dessen Anfang und dessen Ende nirgends ist!
[MO 6.21] Ich brauche euch nicht noch mehrere superkluge Wegweiser anzuführen; denn da ist einer gegen den andern nicht um ein Haar klüger. Aber weil die Dinge doch da sind, wie ihr sie seht, Ich aber und die Dinge nicht eins sind, sondern da Ich bin, wie Ich bin als Gott von Ewigkeit, und die Dinge sind, wie Ich sie aus Mir, in Mir und dann neben Mir erschaffen habe, so wird es etwa doch der Mühe wert sein, zu erfahren, wie solche Dinge denn aus Mir, in Mir und neben Mir erschaffen worden sind.
[MO 6.22] Nun höret denn! Könnt ihr euch nicht verschiedenes wohlgeordnetes Gutes und daher Zweckdienliches denken? O ja, das könnt ihr allerdings; nur weil ihr selbst endlich und unmöglich gleich Mir unendlich sein könnt, so sind auch eure Gedanken, wie ihr selbst, der endlichen Zahl untertan. Meine Gedanken aber sind in ein und demselben Augenblicke in größter Klarheit, wie Ich Selbst Meinem Gottwesen nach. So Ich nun will, daß Meine Gedanken bleiben, so ist auch das Werk schon fertig; und demnach sind alle die euch sichtbaren Werke, wie ihr selbst, weder Materie, noch geformtes Chaos, noch Gott in der Materie, sondern sie sind festgehaltene Gedanken von Mir.
[MO 6.23] Nun, sind also diese Meine gehaltenen Gedanken nicht aus Mir, in Mir und neben Mir? Aus Mir, weil sogar ihr aus niemand anderem als aus euch selbst denken könnet; um wieviel weniger erst Ich, da es außer Mir keinen zweiten Gott gibt, aus dem Ich Gedanken holen könnte! Daß diese Gedanken daher auch in Mir sind und unmöglich in irgend jemand anderem sein können, bedarf keines Beweises. Daß aber diese Werkgedanken, obschon sie aus und in Mir sind, aber doch neben Mir bestehen, werdet ihr daraus hoffentlich überaus klar entnehmen können, daß ihr doch schon bei euren Gedanken sagen müßt, daß ihr und der Gedanke nicht ein und dasselbe seid, – aus welchem Grunde denn um so mehr Meine Gedanken nicht Ich, sondern nur Meine Gedanken sind!
[MO 6.24] Was aber nicht Ich ist, das ist aus dem Ich, und weil es nicht dasselbe, sondern nur von demselben Hervorgebrachtes ist, also ist es auch im selben neben demselben. Ihr müsset euch das „neben“ hier nicht so vorstellen wie ein Baum neben dem andern, welches sehr unrichtig ist, da ein Baum eigentlich nur außer dem andern ist. Also ist es nicht bei dem Denker und dessen Gedanken, da der Denker der Schöpfer des Gedankens ist, d.h. da er aus seinen ihm innewohnenden Fähigkeiten und den diesen entsprechenden Vollkommenheiten eine zweckmäßige, ordnungsmäßig geformte Idee schöpft und somit er, als der tätige Schöpfer, und die aus ihm geschöpfte Idee nicht ein und dasselbe sind, sondern sie sind wie der Hervorbringer und das Hervorgebrachte, und daher nebeneinander. – Wenn ihr darüber nur ein wenig nachdenkt, so werdet ihr dieses Wenige der Weisheit, insoweit es zu dem vorliegenden Zwecke nötig ist, ja wohl leicht fassen.
[MO 6.25] Da wir nun alles Nötige vorausgeschickt haben, so wollen wir denn nun auch mit einem Hieb den gordischen Knoten des Magnetismus auflösen! Was ist also der Magnetismus? – Höret, und dann auch ein wenig – staunet! Der Magnetismus oder vielmehr das magnetische Fluidum ist in allem Ernste nichts anderes als Mein eigener, Meine Gedanken fortwährend erhaltender und leitender Wille; denn er erhält und leitet die ganze Schöpfung und erhält jedem euch sichtbaren Wesen seine Form und seine ordnungsmäßige Regsamkeit. Ihr selbst seid eurem formellen Wesen nach ihm für alle ewigen Zeiten untertan, und wäret ihr es nicht, so wäret ihr auch nichts, gleich den Gedanken, die noch nie gedacht worden sind! Aber in euch ist mehr als bloß Mein unendlich allwirkender Wille; 

und dieses Mehr ist, daß ihr Meine Lieblingsgedanken seid. Daher geht auch Meine Liebe, welche Mein eigenes Grundleben ist, in euch über und bildet euch gleich Mir zu selbständigen Wesen, welche, insoweit sie meine Liebe – vermöge des ihnen voraus erteilten freien Willens – aufnehmen, auch dadurch zu dem vollkommensten, eigentümlichen Besitze der vollsten Freiheit durch ebendiese Meine Liebe in ihnen gelangen können.

[MO 6.26] Ihr wißt, daß zum sogenannten Magnetisieren ein fester Wille in der überzeugenden Kraft des Glaubens erforderlich ist, um jemandem auf diese Art zu helfen. Seht, da geschieht eigentlich nichts anderes, als daß der Magnetiseur entweder bewußt oder auch zum Teile unbewußt seine Willenskraft mit der Meinigen in Verbindung setzt und dann dieselbe durch die Tätigkeitsrepräsentanten seines eigenen Willens auf den Leidenden überströmen läßt, wodurch dann der Leidende gediegener, nach und nach fester und dadurch auch gesünder oder isoliert natürlich schwerer wird. – Seht, da habt ihr im Grunde schon alles!
[MO 6.27] Diese Meine Willenskraft ist dasjenige große Band, das alle Weltkörper aneinander bindet und sie alle um- und durcheinander trägt. 
Sie ist positiv, da sie tätig wirkt, negativ in der eigenen unwandelbaren Selbsterhaltung, welche aber ist die ewige Ordnung selbst, – gleich als wenn ihr sagt: „Bis hierher und nicht weiter!“ Das „Bis hierher” ist das Gesetz der ewig fortwährenden Wirkung, und „Nicht weiter“ ist der negative Pol oder das erhaltende Gesetz der ewigen Ordnung.
[MO 6.28] Und so ist eben dieser Mein also polarisierter Wille zugleich der Grundstoff aller Dinge, mögen sie wie immer beschaffen sein; ob sie groß, klein, gediegen, hart, weich, schwer oder leicht sind, so sind sie also nichts als Meine allerweisesten Gedanken und haben ihr körperliches, sichtbares Dasein durch die euch bekanntgegebene Polarisation Meines ewigen Willens.
[MO 6.29] Nun habt ihr alles! So ihr darüber nachdenken wollt, werden euch alle Erscheinungen sonnenklar werden! Aber alle weltlichen Erklärungen müßt ihr euch rein aus dem Sinne schlagen; denn wahrlich sage Ich euch: sie sind der Wahrheit ferner denn ein Schöpfungspol dem andern. Das sage Ich euch als der alleinige Urbesitzer des allerkräftigsten Magnetismus. Amen. Begreifet es wohl! Amen.
 
 
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