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Unterer Weisheitshimmel

Basics > Himmel Hölle
Der Himmel ist in zwei beziehungsweise drei Reiche untergliedert. Der oberste Himmel ist der Liebeshimmel und der geistige Himmel ist in oberen, also insgesamt mittleren Himmel und unteren Weisheitshimmel geteilt. Die Weisheit, von der hier im Weisheitshimmel die Rede ist, ist nicht die höchste Weisheit, welche aus der Liebe entspringt, weshalb die Engel des Liebeshimmels viel weiser sind.

[RB 2.233.6] "So sie aus der Kirche treten, werden sie auch sogleich keine Stadt irgendmehr ersehen, sondern bloß nur ein offenes, freies Land. Allda werden sie dann schon hie und da auf gewisse Reisende stoßen, die sie weiter zu ihren Bestimmungen leiten und führen werden in Meinem Namen. Um diese haben wir uns denn nun auch gar nicht mehr besonders zu kümmern. In einigen dreißig Jahren werden sie für den unteren Weisheitshimmel ganz geeignet sein. Höher hinauf aber werden sie wohl schwerlich je kommen, weil bei ihnen das Organ der Liebe (weil es nie geübt und gestärkt worden ist) zu unentwickelt und schwach ist. Dafür aber hat freilich das Organ der weitwendigen Weisheit eine viel zu große Ausdehnung und kann daher nie von der außerordentlich schwachen Liebe überwältigt werden. Denn so bei solchen die Liebe sozusagen um sieben Ellen wächst, so wächst die Weisheit daneben schon uns dreifache. Und es kann daher nie jenes Verhältnis zwischen Liebe und Weisheit hergestellt werden, welches notwendig ist, um in einen höheren Himmel aufsteigen zu können.
[RB 2.233.7] "Es ist zwar wohl gerade keine absolute Unmöglichkeit, daß auch Geister des untersten Weisheitshimmels in einen höheren Himmel übergehen können; aber es geht so etwas immer sehr schwer, weil die Weisheit sich stets mehr in der Spekulation (Betrachtung) als in der wirklichen Tat gefällt. - Der Weise hat nur ein Wohlgefallen, so er vor andern seine tiefen Einsichten auskramen kann, während der eigentliche Liebegeist nur nach dem Guten und Wahren handeln will. - Der pure Weisheitsheld ist gewisserart das, was das Publikum in einem Theater ist. Er hört die Komödie an und betrachtet mit scharfem Kennerauge alles, was oben auf der Bühne vor sich geht. Er versteht auch (nach seiner Meinung) gewöhnlich alles besser, als der auf der Bühne handelnde Komödiant. Man stelle ihn aber nur einmal auf die Schaubühne und er wird kaum einen letzten sogenannten Statisten vorzustellen imstande sein. Da aber das Zuschauen, Betrachten und darnach Räsonieren viel leichter als das Handeln ist, so sind die Geister des untersten Himmels auch stets sehr schwer in einen höheren Himmel zu bringen; denn die meistens tatlose Bequemlichkeit ist ihnen lieber als die schönste und beste Handlung. 

Solche Geister können nur durch eine gewisse Einförmigkeit der ihnen vor die Augen gestellten Erscheinungen, dann aber auch durch erheiternde Handlungsexempel zur Tat angespornt werden. Sind sie einmal beim Handeln, wenn anfangs auch noch so spießig, so geht dann die Sache schon vorwärts. Nur im Anfange hapert es ganz entsetzlich.
[RB 2.233.8] "Und so, Mein lieber Robert, wird es auch mit diesen Pfaffen gehen - wenn es gut geht, wie man so sagt. Aber eher wird es also sein, wie Ich es ehedem dir gezeigt habe. Sie werden zwar noch manchen Brocken zum verschlucken bekommen, bis sie in den untersten Weisheitshimmel gelangen.

 
 
 
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